Oft klagen betroffene Patienten zuerst über eine andauernde Schlafstörung. Sie können lange nicht einschlafen, wachen häufig auf, sind unruhig, müssen aufstehen und können häufig erst am Morgen einschlafen. Am Tag sind sie müde und kraftlos. Nicht selten steckt hinter diesen Schlafstörungen das sogenannte „Restless Legs-Syndrom" (RLS). Das sind unangenehme Gefühlsstörungen und Missempfindungen in den Beinen und (selten) in den Armen. Bis zu 20 Prozent aller chronischen Schlafstörungen sind durch ein RLS bedingt.
Die Patienten berichten über Kribbeln, Ziehen, Stechen, Spannen, selten über Schmerzen. Man schätzt, dass 5-10 Prozent der Bevölkerung in Deutschland betroffen sind. Die Symptome treten meist bei körperlicher Ruhe auf, also am Abend beim entspannten Sitzen oder im Bett. Die Beschwerden bessern sich durch Bewegung, die Betroffenen müssen wieder aufstehen und die Muskeln anspannen und dehnen durch Herumlaufen, Kniebeugen oder ähnliche Bewegungen. Über 90 Prozent leiden unter einem schwer gestörten Nachtschlaf, denn die Beschwerden kommen in Ruhe meist wieder zurück. Die Folgen sind ständige Müdigkeit am Tag, Erschöpfung, Konzentrationsstörungen, Vergesslichkeit und Unruhe.
Die Diagnose stellt meist der Neurologe. In den meisten Fällen wird das RLS familiär vererbt. Bei manchen Patienten muss außerdem ein zusätzlicher Faktor wie Schwangerschaft, Eisenmangel, Hormonmangel oder Arthritis dazukommen, um ein RLS auszulösen. Auch verschiedene Medikamente können beteiligt sein.
Was kann man tun?
Die Erkrankung ist nicht heilbar, behandeln kann man lediglich die Symptome. Die Behandlungschritte richten sich nach Ausprägung der Beschwerden. Schwere Foremen werden medikamentös therapiert. Da man vermutet, dass ein Ungleichgewicht des Botenstoffs Dopamin im Rückenmark der Auslöser für das RLS ist, werden vor allem Dopaminagonisten oder L-Dopa erfolgreich eingesetzt. Desweiteren kommen Opiate zum Einsatz.
80 Prozent der RLS-Patienten haben nur geringe Symptome, die nicht medikamentös behandelt werden müssen. Im Vordergund steht hier eine Verbesserung der Schlafqualität.