Der Bereich der Bau- und Wohngesundheit wird ein immer wichtigerer Bereich, innerhalb der Gesundheitsvorsorge und Krankheitserkennung. Immer mehr Menschen legen Wert auf ein gesundes Lebensumfeld innerhalb der eigenen vier Wände oder im Büro und der Freizeit. Hierbei besteht eine innere Logik zwischen natürlichen und naturbelassen Bausubstanzen und der individuellen Gesundheit. Auch wenn heute mehr als je zuvor auf gesundheitsfördernde Materialien Wert gelegt wird, so sollte gerade in Zeiten des Booms auf Baumärkte und individueller Heimwerkertätigkeiten, auf professionelle Beratung mit Hinblick auf die Bausubstanzen geachtet werden. Es gibt zahlreiche Arbeitsfelder und Dienstleistungen im Bereich der Bau- und Wohngesundheit, die sich über die letzten Jahrzehnte auf spezifische Beratungsfelder konzentriert haben. Von gesicherten wissenschaftlichen Gebieten bis hin zu alternativen Theorien und Konzepte, reicht die Palette in diesem Bereich. In der Themenrubrik finden Fachberichte und Anregungen zu allen Themen rund um die Bau- und Wohngesundheit.
Schimmelpilze
In den letzten Jahren nehmen Pilzinfektionen und Pilzallergien immer mehr zu. Ärzte sprechen schon von einer „neuen Volksseuche“. Schimmelpilze und ihre Sporen, aber auch Bakterien, sind in geringen Konzentrationen überall zu finden. Menschen mit intaktem Immunsystem kommen damit auch ganz gut klar. Kritisch wird es, wenn die Bakterien- und Pilzzahlen zunehmen, die Arten zu den gefährlichen gehören und das Immunsystem geschwächt ist. Jeder vierte Deutsche ist laut medizinischen Erhebungen immun geschädigt. Erste Schimmelpilzsymptome sind oft hartnäckiger Husten und Schnupfen, rote juckende Augen, gereizte Schleimhäute, verschiedene Entzündungen, grippeähnliche Beschwerden, Bronchialasthma, neurologische Probleme, Kopf-, Muskel- und Gelenkschmerzen, Konzentrationsschwäche, ständige Müdigkeit und Leistungsknicks, um nur einige typische Beschwerdebilder zu nennen. Die beste Pilztherapie nutzt nichts, wenn die Pilzherde in den eigenen vier Wänden nicht gefunden und kompromisslos beseitigt werden. Sichtbare Pilzflecke oder Rasen sind meist nur die Spitze den Eisbergs. Es ist trügerisch, davon auszugehen, dass ohne sichtbaren Befall keine Handlungsbedarf besteht.
Schimmelsanierungen auf eigene Faust zu unternehmen kann Gefahren beinhalten. Allzu oft wird der Eigenschutz nicht beachtet. Durch die Verwendung von Schimmelsprays etc. wird das Problem oft nur verschlimmert. Durch arbeiten bzw. wischen an den sichtbaren betroffenen Stellen werden Schimmelsporen losgelöst, die in die Raumluft und Atemwege gelangen können. Daraus können allergische Reaktionen und Atemwegserkrankungen entstehen. Bei großflächigem Befall sollte immer ein Fachmann zu Rate gezogen werden.
Wohngifte
Wohngifte, Schadstoffe und Raumklima sind wesentliche Ursachen gesundheitlicher Belastungen und daher ein zentrale Punkte der baubiologischen Messtechnik. Bei den Belastungen unserer Atemluft geht es hauptsächlich um giftige Gase, leicht- und schwerflüchtige Schadstoffe, Schwermetalle und Asbest. Inzwischen gibt es über 100.000 verschiedene chemische Einzelstoffe und mehr als 12 Millionen publizierte chemische Mixturen. Davon sind erst 4000 arbeitsmedizinisch untersucht und nur für gut 400 sind Grenzwerte für den Arbeitsplatz festgelegt worden. Für den häuslichen Bereich gibt es, von wenigen Ausnahmen abgesehen, keine Grenzwerte oder anderweitige Empfehlungen.