Mechanisch traumatische Verletzungen oder entzündliche Erkrankungen können vor allem Nerven und viele andere Organe teilweise so schädigen, das Lähmungserscheinungen auftreten. Diese können teilweise oder ganze Lähmungserscheinungen hervorrufen. Typische schwere Unfallverletzungen, die mit Lähmungserscheinungen einhergehen, äußern sich zum Beispiel durch Querschnittslähmungen. Kinderlähmung durch Polioviren ist die bekannteste Form der Lähmung, die durch eine Infektion ausgelöst wird. Je nach Ursache können Organe ganz oder teilweise in ihrer Funktion gestört werden.
Alkoholkrankheit
Alkohol ist neben dem Rauchen die größte Sucht. Man schätzt, dass über 40.000 Menschen in Verbindung mit langfristigem Alkoholgenuss jährlich sterben. Die Grenze zwischen einem „normalen“ Alkoholkonsum und Alkoholismus ist dabei fließend und kann anhand bestimmter definierter Kriterien bestimmt werden. Übermäßiger Alkoholkonsum kann zahlreiche Erkrankungen begünstigen und bringt in vielfältiger Weise berufliche und private Probleme mit sich. Auch im Straßenverkehr spielt Alkohol in Bezug auf die Unfallstatistik eine gravierende negative Rolle. Gerade Jugendliche „entdecken“ Alkohol als eine „normale“ Droge, die sie aus den Alltagsfrustrationen holt.
Angst und Panik
Schätzungsweise leiden in Deutschland etwa zehn Prozent der Menschen an behandlungswürdigen Angstzuständen. Angst ist eigentlich etwas normales, da sie schon seit Urzeiten den Menschen vor vermeintlichen Gefahren bewahrt hat. Man spricht von Angst- und/oder Panikerkrankungen, wenn keine rationalen Gründe vorliegen oder Panikattacken ohne besonderen Grund auftreten. Angst kann als ein Stresszustand gesehen werden, der weitreichende körperliche und seelische Erkrankungen nach sich zieht. Werden die krankhaften Ängste nicht behandelt, kann es zu zahlreichen Phobien kommen. Die bekanntesten Phobien sind die Agoraphobie (Platzangst) und die Klaustrophobie (geschlossene Räume). Chronische Angsterkrankungen wie Todesangst, Prüfungsangst oder auch Sexualängste können zu sozialen Problemen führen, die oft einhergehen mit Alkohol- und Drogenmissbrauch.
APC-Resistenz
Unter APC-Resistenz versteht man eine Resistenz gegen das Protein C. Die Erbkrankheit führt zu einer Störung der Blutgerinnung. Menschen mit der Erbschädigung haben ein erhöhtes Thromboserisiko. Die APC-Resistenz wurde 1993 entdeckt und führt zu einer Änderung der Erbinformation und ist mit rund fünf bis zehn Prozent eine der häufigsten Erbkrankheiten in der Bevölkerung. Je nach Vererbung des genetisch veränderten Gens von einem oder beiden Elternteilen, wächst vor allem das Thromboserisiko. Betroffene Menschen neigen zu einem erhöhten Risiko, an Herzinfarkten zu erkranken.
Arthrose
Arthrose ist eine degenerative Gelenkerkrankung, die Gelenkschäden und Fehlbelastungen zur Folge hat. Die chronischen und schmerzhaften Veränderungen des Gelenks können durch Verletzungen oder genetische Gelenkdefekte ausgelöst werden. In Deutschland werden inzwischen über 150.000 Hüftgelenke und ca. 85.000 Knieimplantate eingesetzt.
Bandscheibenvorfall
Unter einem Bandscheibenvorfall oder auch Diskusprolaps genannt, versteht man akute oder auf Grund von chronischen Fehl- und Überbelastungen bedingte Gewebeaustritte aus dem Gallertkern der Bandscheiben, die durch einen Faserring umgeben sind, was dazu führt, dass die ausgetretene Masse auf die umliegenden Nerven drückt. Bandscheibenvorfälle, die mit Schmerzen, Gefühlstörungen oder Lähmungserscheinungen einhergehen, kommen vor allem im Bereich der Lendenwirbelsäule vor. Unter Bandscheibenvorwölbungen versteht man, wenn sich das Bandscheibengewebe ohne die Zerstörung des schützenden
Hexenschuss
Es gibt unterschiedliche Begrifflichkeiten für akute oder chronische Schmerzen im Rücken- und Lendenbereich. Lumbago umschreibt plötzlich auftretende Schmerzen im Bereich der Lendengegend. Ziehen sich die Schmerzen bis in die Beine, so spricht man von Ischias. Die plötzlichen akuten Rückenschmerzen werden auch umgangssprachlich „Hexenschuss“ genannt. Meist werden Hexenschüsse durch ungeschickte Bewegungen ausgelöst, bei denen es zu Überspannungen in der Lendenregion kommt, zum Beispiel beim Heben oder Bücken.
Hydrocephalus
Wörtlich ins Deutsche übersetzt heisst Hydrocephalus „Wasserkopf“. Hinter den Begriffen Hydrocephalus und Spina bifida stecken sehr komplexe Krankheiten, Symptome und Beschwerden. Das Gehirn ist im so genannten Liquor cerebrospinalis (Gehirnflüssigkeit) gelagert. Die vier Gehirnkammern werden mit Blutgefäßen stark versorgt. Die Kammern sind untereinander durch Kanäle und Öffnungen vernetzt. Es gibt eine permanente Zirkulation des Gehirnwassers. Über einen Kanal zwischen der dritten und vierten Kammer fließt der Liquidor ab und tritt über Öffnungen an der vierten Kammer an die Oberfläche des Gehirns. Sind die Öffnungen der Kanäle verstopft oder verengt, so kann das Gehirnwasser nicht entweichen und treibt die inneren Kammern auseinander. Der Kopfumfang der Kinder nimmt sichtbar zu, die Liquidorräume vergrößern sich, das Gehirngewebe wird auseinander gedrängt. Zahlreiche Entwicklungsstörungen und Erkrankungen können akut und langfristig mit dem beschriebenen Prozess einhergehen und müssen meist operativ therapiert werden.
Kinderlähmung
Kinderlähmung oder Poliomyelitis ist eine Viruserkrankung, die durch bestimmte Enteroviren ausgelöst wird. Besonders das Gehirn und speziell die Gehirnzellen, die für willkürliche Bewegungen zuständig sind, sind von der Viruserkrankung betroffen und führen zu Lähmungen. Von den Lähmungen sind meist die Beinmuskeln und der Schulterbereich betroffen. Die Ansteckung geschieht in Form von Tröpfchen- und Schmierinfektionen. Die Inkubationszeit beträgt von drei Tagen bis zu zwei Wochen. Von der Viruserkrankung sind vor allem Kinder betroffen. Es besteht für die Poliomyelitis eine gesetzliche Meldepflicht nach dem Infektionsschutzgesetz. In Europa tritt die Krankheit nur sehr selten auf, wird aber vor allem durch den Ferntourismus wieder nach Europa getragen.
Kompartmentsyndrom
Unter Kompartmentsyndrom versteht man Gewebe- und Organschädigungen auf Grund eines erhöhten Gewebedrucks, der zu Durchblutungsstörungen der Muskeln, Blutgefäß- und Nervenzellenschädigungen führt. Betroffen vom Kompartmentsyndrom sind vor allem Unterarme und Unterschenkel.
Multiple Sklerose
Multiple Sklerose, auch MS genannt, ist eine chronisch-entzündliche und degenerativ wirkende Erkrankung des zentralen Nervensystems. Bei MS werden die Markscheiden der Nervenfasern beschädigt und zerstört. Die Beschädigung der Markscheiden um die Nervenfasern, die die Befehle an das Gehirn und andere Körperregionen leiten, bewirkt, dass eine verminderte Leitfähigkeit zu Symptomen wie: Lähmung, schnelle Ermüdung, Spastiken oder Sehstörungen führt. Das geschädigte Nervengewebe ist bei fortschreitender Krankheit nicht mehr in der Lage, die Markscheiden zu erneuern, es entstehen Narben (multiplen sklerosen).
Parkinson-Krankheit
Die Parkinson-Krankheit (Morbus Parkinson) ist eine degenerative Erkrankung einiger Gehirnzellen. Die Krankheit wurde erstmals vom englischen Arzt James Parkinson im Jahre 1817 beschrieben. Die Parkinson-Krankheit zählt zu den langsam fortschreitenden neurologischen Erkrankungen. Gerade ältere Männer sind von der Krankheit betroffen. Durch den langsamen Verlust der dopaminproduzierenden Zellen kommt es zum Bewegungsverlust. Typische Symptome sind Muskelstarre, Muskelzittern und Bewegungsarmut.
Schlaganfall
Der Schlaganfall zählt neben den Herz- und Krebserkrankungen zu den dritthäufigsten Todesursachen in Deutschland. Rund 200.000 Menschen erleiden im Jahr einen Schlaganfall. Von den Schlaganfällen sind aber nicht nur ältere Menschen betroffen, sondern zunehmend auch jüngere Erwachsene - sogar Kinder. Rund jeder fünfte Betroffene stirbt innerhalb der ersten vier Wochen – über 30 Prozent innerhalb eines Jahres.
Schleudertrauma
Schleudertraumen sind häufig ursächlich auf Auffahrunfälle zurückzuführen und stellen eine Halswirbelsäulenweichteilverletzung dar. Die starken Vor- und Rückwärtsbewegungskräfte führen meist zu einer Zerrung des Halses. Gerade die Halswirbelsäule ist auf Grund ihrer Flexibilität besonders betroffen. Treten die Symptome regelmäßig nach dem Unfall auf, so spricht man von einem Schleudertrauma.
Schulterluxation
Schulterluxaktion steht für die Verrenkung des Schultergelenks, die Folge eines traumatischen Unfallereignisses sein kann, oder auf Grund von anlagebedingten Schädigungen auftreten kann. Bei der anlagebedingten, habituellen Schulterluxaktion können gewöhnliche Bewegungen dazu führen, dass das Schultergelenk wiederholt herausspringt. Häufige Schulterluxationen treten beim Handball auf.
Subduralblutungen
Unter Subduralblutungen versteht man Blutungen unterhalb der Hirnhaut. Größere Blutgerinnsel (Hämatom) bilden sich unterhalb der Schädeldecke. Oft sind es erworbene gewaltsame Ereignisse, die zu Venenrissen an der Hirnhaut (Dura mater) führen. Besonders ältere Menschen und Suchtkranke stürzen öfter auf die Schädeldecke, was zu Hirnblutungen führen kann.
Thalassämie
Unter Thalassämie definiert man erbliche Erkrankungen, die das Blut betreffen, und mit der Störungen bei der Bildung der Sauerstofftransportsubstanz Hämoglobin einhergehen. Hämoglobin wird im Knochenmark gebildet. Die roten Blutzellen sind recht instabil, so kann es vorkommen, das es zur Blutarmut kommt. Thalassämie ist vor allem am Mittelmeer, im Nahen Osten und Asien besonders verbreitet.
Tourette-Syndrom
Das Tourette-Syndrom ist eine Gehirnkrankheit mit psychischen Symptomen. Laut neuen Statistiken sind rund 40.000 Menschen, vor allem Kinder davon betroffen. Die Krankheit des Gehirns ist in Deutschland noch nicht sehr bekannt und bisher nicht abschließend erforscht.