Der Verdauungstrakt ist eines der größten organischen Systeme im Körper und ist auf die Nahrungsaufnahme, die Verdauung, den Transport und die Entsorgung der Nahrung spezialisiert. Man kann in den oberen, mittleren und unteren Abschnitt unterscheiden. Wichtige Organe sind: Mund- und Rachenhöhle, Zähne, Speicheldrüsen, Zunge, Gaumen, Speiseröhre, Magen, Dünndarm, Dickdarm und Enddarm. Zahlreiche Drüsen, wie die Bauchspeicheldrüse, produzieren Enzyme, die verschiedene Nahrungsmittelbestandteile in lebenswichtige Nährstoffe umwandeln. Auch die Leber ist in diesen Prozess mit eingebunden. Zahlreiche angeborene oder erworbene Grunderkrankungen können das organische System des Verdauungstraktes stören. Leichtere Erkrankungen, wie Durchfall oder Verstopfungen, sind zumeist medizinisch leicht zu behandeln. Schwerwiegende Erkrankungen, wie Darmkrebs oder Leberzirrhose, können lebensbedrohliche Komplikationen hervorrufen. In dieser Rubrik finden Sie zahlreiche Grunderkrankungen oder symptomatische Beschwerdebilder, die mit dem Verdauungstrakt in Verbindung stehen.
Blähungen
Blähungen (Blähsucht/Meteorismus) entstehen meist durch erhöhte Ansammlungen von Gasen im Dickdarm. Daraus entstehen oft krampfartige Bauchschmerzen. Die gestörte Verdauung führt auch oft zu Verstopfungen und plötzlich auftretenden Durchfällen. Nicht immer ist die vermehrte Gasproduktion für die Blähungen verantwortlich. Viele Patienten leiden auch einer Überempfindlichkeit. Vom Reizdarm spricht man, wenn diese Symptome über einen definiert-längeren Zeitraum auftauchen. Gerade Kleinkinder leiden unter Blähungen, man spricht von den „Dreimonatskoliken“.
Blinddarmentzündung
Bei der Blinddarmentzündung spricht man von einer akuten Entzündung des Appendix vermiformis, einem kleinen, fingerförmigen Wurmfortsatz, der am Beginn des Dickdarms liegt und direkt an der Dünndarmeinmündung angrenzt. Blinddarmentzündungen können in jedem Lebensalter auftreten und kommen vor allem bei Schulkindern vor. Bei Kindern unter zwei Jahren und bei älteren Menschen kommen Blinddarmentzündungen eher selten vor. Viele dieser akuten Entzündungen haben eine Operation zur Folge.
Darmpolypen
Unter Darmpolypen versteht man gutartige Geschwülste an der Schleimhaut der Darminnenwand des Dickdarms. Die Geschwülste können unterschiedliche Formen und Ausprägungen haben. Bei jedem zweiten Fall sind die Polypen im Enddarm angesiedelt. Besonders bei älteren Menschen treten Polypen öfters auf. In leichten Formen sind Polypen-Ansiedelungen nicht mit Beschwerden verbunden. Adenomatöse Polypen, die häufig vorkommen, erhöhen das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken.
Dreimonatskoliken
Dreimonatskoliken betreffen rund zehn bis zwanzig Prozent der Neugeborenen. Es handelt sich dabei nicht um eine Erkrankung, sondern um den Zustand, der das Baby trotz eines natürlichen und normalen Entwicklungsprozesses in den ersten drei Monaten, gerade in den Abendstunden, zu Schreiattacken animiert. Nach den ersten drei Monaten gehen die Schreiattacken zurück. Die Ursachen hierfür sind noch nicht abschließend geklärt. Oft ist es eine Kombination aus unterschiedlichen Faktoren, die zu den Schreiattacken führen. Der Begriff oder die Umschreibung „Dreimonatskoliken“ wird aber auch im engeren Sinn mit den frühen Anpassungsschwierigkeiten in Bezug auf die Ernährung bzw.
Durchfall
Von Durchfall oder medizinisch Diarrhoe spricht man, wenn Symptome auftreten wie mehrmaliger Stuhlgang (mindestens dreimal täglich); Veränderung der Konsistenz (flüssig) oder Veränderung der Menge im Stuhlgang. Blut, Schleim oder eitrige Flüssigkeit können mit dem Durchfall einhergehen. Dauert der Durchfall länger als einen Monat an, so spricht man von einer chronischen Krankheit.
Hämorrhoiden
Hämorrhoiden kommen vor allem bei Männern ab dem 50-ten Lebensjahr im hohen Masse vor. Es handelt sich um knotenförmige und krampfartige Erweiterungen des Schwellkörpers, oberhalb des Schließmuskels des Afters. Blutgerinnsel und –ergüsse in den Venen der Afterregion werden umgangssprachlich fälschlicherweise als äußere Hämorrhoiden bezeichnet. Der richtige Ausdruck für das Krankheitsbild ist Perianalthrombosen.
Invagination
Bei der Invagination handelt es sich um eingestülpte Darmteile, die besonders bei Säuglingen im ersten Lebensjahr und bei Kleinkindern auf Grund von Darmmotorikstörungen auftreten. Oftmals ist die Störung aber zeitlich begrenzt. Die Einstülpungen im Blinddarm sind oft ursächlich für akute symptomatische Erkrankungen des Bauchraums, die in manchen Fällen lebensbedrohliche Komplikationen hervorrufen können. Bei den betroffenen Säuglingen oder Kleinkindern stellen sich heftige Bauchschmerzen sein, oft verbunden mit Blut im Stuhl. Tritt dies auf, ist eine unverzügliche ärztliche Behand
Magen-Darmentzündungen
Es gibt eine Vielzahl von Begriffen wie Magenbeschwerden, Magendrücken und Magenverstimmungen oder Sodbrennen, die mit Verdauungsbeschwerden im komplexen Zusammenspiel der Verdauungsorgane auftauchen. Verdauungsprobleme sind auf Grund der modernen Lebensumstände in den letzten Jahrzehnten zur Volkskrankheit geworden. Stress und Ernährungsfehler führen heute zu zahlreichen Krankheitsbildern des Verdauungstraktes, die oft chronische Krankheitsverläufe haben.
Magenpförtnerverengung
Magenpförtnerverengungen kommen überwiegend bei Neugeborenen vor. Am Übergang des Magens zum Zwölffingerdarm liegt die Engstelle der Magenpforte. Die Magenpförtnermuskulatur sorgt dafür, dass die Nahrung, nachdem sie im Magen aufbereitet wurde, in Portionen in den Darm übergehen kann. Bei der Magenpförtnerverengung ist diese Magen-Darm-Passage verengt. Es kommt zu Entleerungsstörungen. Man erkennt die Erkrankung, die zahlreich zwischen der zweiten und sechsten Lebenswoche auftritt, oft an den Brechschüben nach der Nahrungsaufnahme.
Reizdarm-Syndrom
Viele Menschen leiden unter Reizdarm-Syndromen, die mit Beschwerden vor allem des Dickdarms einhergehen. Von den Verdauungsproblemen können aber auch andere Verdauungsorgane, wie der Magen oder der Dünndarm betroffen sein. Anhand den typischen und wiederkehrenden Verdauungsbeschwerden kann das Krankheitsbild beschrieben werden. Oft sind es Stressfaktoren und falsche Ernährungsgewohnheiten, die zu chronischen Reizdarm-Syndromen führen.
Salmonellen
Unter Salmonellose versteht man Salmonellen-Erkrankungen, die häufig in Sommermonaten auftreten und durch stabförmige Bakterien ausgelöst werden. Es gibt rund zehn Salmonellenarten, die für Erkrankungen des Menschen relevant sind. In Deutschland sind es zwei Salmonellosen, Serovare S. enteritidis und S. typhimurium, die Durchfallerkrankungen verursachen. In den meisten Fällen heilen die Salmonellen-Erkrankungen nach einer Zeit spontan ab. Für Risikogruppen, wie Kleinkinder oder ältere Menschen, können die Salmonellenerkrankungen allerdings gefährlich werden.
Speiseröhrenkrebs
Speiseröhrenkrebs (Ösophaguskarzinom) ist eine selten auftretende Krebsart, die vor allem Menschen zwischen 50-60 Jahren betrifft. Von dem bösartigen Krebs sind vor allem Männer betroffen, die übermäßig Alkohol und Nikotin konsumieren. Meist gehen von der Schleimhaut bösartige Zellwucherungen aus. In Nachbarorganen, wie der Lunge, können Tochtergeschwülste auftreten, sog. Metastasen.
Übergewicht
Übergewicht (Adipositas) ist eine Ursache für zahlreiche Krankheiten, wie Herzinfakt, Bluthochdruck, Diabetes und Gelenkschäden. Fresssucht und Übergewicht sind chronische Krankheiten, die nicht nur zu einer Einschränkung der Lebensqualität führen, sondern auch das Leben meist verkürzen. Nur noch ein Drittel der deutschen Bevölkerung hat ein wünschenswertes Normalgewicht.
Verstopfung
Verstopfung, auch Obstipation genannt, ist eine chronische Stuhlverstopfung. Die Krankheit stellt die häufigste Funktionsstörung in der modernen Welt dar. Man unterscheidet in chronische und akute Verstopfung sowie Pseudo-Verstopfung. Bis zu 30 Prozent der Deutschen sollen laut medizinischen Erhebungen an den Symptomen leiden. Obstipation tritt bei Frauen häufiger auf als bei Männern. Verstopfung und Behandlungsmethoden waren schon Gegenstand von medizinischen Forschungen in der Antike.
Zwölffingerdarmgeschwür
Unter einem Zwölffingerdarmgeschwür versteht man ein Geschwür in der Zwölffingerdarmwand. Der Zwölffingerdarm entspringt an der Magen-Pforte. Seinen Namen verdankt der Zwölffingerdarm seiner Länge von rund zwölf Fingerbreiten oder rund 30 cm. Man schätzt, dass rund 10 Prozent der Menschen in Deutschland einmal in ihrem Leben an einem Zwölffingerdarmgeschwür erkranken. Ulcus duodeni und Ulcus ventriculi (Magenwandgeschwüre) sind oft in Bezug auf die Ursachen, Symptome und Therapien gleich.