Die Sinnesorgane sind unsere Türen zur Innen- und Aussenwelt. Jeder der fünf Sinne hat sein eigenes Organ, das uns wichtige Informationen liefert und unterschiedliche Anatomien aufweist. Zu den fünf Sinnesorganen gehören: die Augen, die Ohren, die Nase, die Haut und die Zunge. Jedes Sinnesorgan überliefert über die so genannten Rezeptoren, die gesammelten Informationen über elektrische Impulse an das Nervensystem. Auf Grund der gewonnen Informationen, wandelt unser Gehirn die Informationen in ein bewusstes oder unbewusstes Bild um und leitet die erforderlichen organischen Maßnahmen ein. Es gibt zahlreiche Reizarten, die wir in Ausschnitten wahrnehmen können, dazu gehören: mechanische, elektromagnetische, akustische, flüssige und gasförmige Reize. In dieser Rubrik finden Sie zahlreiche Grunderkrankungen der Sinnesorgane und Krankheitsbilder, die im Kontext mit anderen Erkrankungen stehen und sich auf die Sinnesorgane auswirken.
Alterssichtigkeit
Alterssichtigkeit ist eigentlich keine Krankheit, sondern ein natürlicher Alterungsprozess. Im zunehmenden Alter, vor allem ab dem vierten Lebensjahrzehnt, nimmt die Elastizität der Augenlinse ab. Die normale Verformungsfähigkeit der Linse, die zur Abbildung von Gegenständen in der Nähe oder der Ferne wichtig ist, wird zunehmend im Leben eingeschränkt. Die Brechkraft reicht dann nur noch für die scharfe Abbildung von fernen Objekten aus.
Artikulationsstörungen
Viele Menschen leiden unter Artikulationsstörungen, bzw. Sprechstörungen, die auf Grund von organischen Schädigungen auftreten. Zu den Artikulationsorganen gehören; Kiefer, Zunge, Lippen und der Gaumen. Oft haben die Betroffenen Probleme bei der Lautbildung oder können bestimmte Laute nicht aussprechen.
Bindehautentzündung
Bindehautentzündungen gehören zu den häufigsten Augenerkrankungen und können unterschiedliche Ursachen haben. Schädliche Umwelt- und Wettereinflüsse können genauso ursächlich sein, wie allergische Reaktionen oder auch Infektionen. Meistens sind es bakterielle oder virale Infektionen, die zu den bekannten roten Augen führen. Störungen bei der Tränenproduktion können zu Bindehautentzündungen und trockenen Augen führen. In einigen Fällen können die Bindehautentzündungen auch mit Schädigungen der Augenorgane einherhehen.
Ektropium /Entropium
Unter Ektropium versteht man die Auswärtswendung, meist der unteren Augenlidkante. Bei der Entropium-Errkankung kommt es zu einer Einwärtswendung des Augenlids. Die Krankheit wird meist ursächlich durch die Erschlaffung bestimmter Augenmuskeln bzw. einem Missverhältnis in der Zugkraft der beteiligten Muskeln ausgelöst und tritt vor allem bei älteren Menschen auf.
Farbsehstörungen
Zu den Farbsehstörungen gehören Farbenschwachsichtigheit bzw. Farbsinnstörungen und drei unterschiedliche Formen der Farbenblindheit. Von Farbsinnstörungen sind Männer mehr betroffen als Frauen. Oft ist die Sinnesstörung auf die Farbe Grün fokusiert. Bei der Monochromasie sieht die betroffene Person verschiedene Facetten von Schwarz/Weiß und Farben in Graustufen. Unter Dichromasie versteht man die Zweifarbenwahrnehmung. Bei der Dichromasie unterscheidet man wiederum in Rot-, Grün-, und Blaublindheit (Protanopie, Deuteranopie, Tritanopie). Die dritte Form der Farbblindheit nennt man anomales Dreifarbensehen (AnomaleTrichromasie), hier ist eine der drei Farbwahrnehmungen unterentwickelt.
Frühgeborenen-Retinopathie
Frühgeborenen-Retinopathie betrifft Neugeborene, die vor der 32. Schwangerschaftswoche geboren wurden und zumeist unter 1500 g wiegen. Diese Kinder müssen zumeist künstlich beatmet werden. Auf Grund des künstlichen Sauerstoffsdrucks, der für das Kind schädigend sein kann, kommt es zu einer krankhaften Blutgefäßentwicklungen mit Schädigungen der Netzhaut. In vielen Fällen ist die Erkrankung nur mit leichten Schädigungen verbunden. In schweren Fällen können Vernarbungen, Kurzsichtigkeit bis hin zur Erblindung auftreten. Desto unterentwickelt das Frühgeborene ist, desto größer ist das Risiko, das die Netzhaut geschädigt wird.
Frühgeborenenretinopathie
Frühgeborenenretinopathie oder im englischen ROP (Retinopathy of premarturity) ist ein Krankheitsbild, dass die mangelnde Sauerstoffversorgung der Netzhaut beim Geburtszeit beschreibt. Es kann weinige Wochen nach der Geburt auf Grund von abnormen Gefäßneubildungen der Netzhaut und der weiterschreitenden Ablösung der Netzhaut zur Erblindung kommen. Nach der Behandlung der akuten ROP-Phase können Augenerkrankungen, wie Kurzsichtigkeit (Myopie), Schielen (Strabismus) oder auch degenerative Netzhauterkrankungen auftreten.
Geräuschüberempfindlich
Die moderne Gesellschaft wird nicht nur schneller, sondern auch immer lauter. Viele Menschen leiden körperlich und seelisch unter den Lärmbelastungen, die alltäglich auftreten. Lärm- und Geräuschempfindlichkeiten können auf Grund der ganzen Lautstärke auftreten oder sich gegen einzelne Geräusche richten. Vor allem Kinder leiden zunehmend, teilweise unbewußt, unter den erheblich gestiegenen Lärmpegeln im Klassenzimmer.
Gerstenkorn
Unter Gerstenkörner versteht man im medizinischen Sprachgebrauch, entzündliche und eitrige Erkrankungen der Augenlidtalgdrüsen und der Schweißdrüsen. Man unterscheidet in Gerstenkörner, die an der Lidkante auftreten (Hordeolum externum) und Gerstenkörner die an der Innenseite der Lider auftreten (Hordeolum internum). Die Infektionen werden durch bakteriellen Befall ausgelöst.
Grauer Star
Grauer Star oder Katarakt bedeutet auf griechisch Wasserfall und ist eine Trübung der Augenlinse. Der starre Blick und die graue Färbung der Augenlinse, die im fortgeschrittenen Stadium der Krankheit erkennbar ist, gab der Krankheit ihren Namen. In Deutschland ist fast jeder Mensch über 65 Jahren davon betroffen.
Kurzsichtigkeit
Unter Kurzsichtigkeit versteht man unscharfes Sehen in die Ferne. In vielen Fällen ist die Kurzsichtigkeit durch einen zu langen Augapfel verursacht. Ist die Sehstörung ursächlich für erbliche Erkrankungen oder frühgeburtliche Schädigungen, so nennt man dies Achsenmyopie. Unter der Bezeichnung Brechungsmyopie versteht man eine gestörte Brechkraft der Hornhaut oder der Linse. Es gibt aber auch die Schulmyopie, die angeborene Anlagenschädigungen, meist im Alter von 10-12 Jahren, auslöst.
Morbus Menière
Das Morbus Menière Krankheitsbild ist die Summe von Symptomen, die durch den französischen Arzt Prosper Menière, in den 30-iger Jahren des 19. Jahrhunderts beschrieben wurde und zu einem erhöhten Ohreninnendruck führen. Drehschwindel, Übelkeit mit Erbrechen, akute Hördefizite und Ohrengeräusche kennzeichnen das Krankheitsbild Morbus Menière.
Nachtblindheit
Nachtblindheit kann angeboren oder erworben sein. Gekennzeichnet ist die Nachtblindheit durch Sehstörungen in der Dämmerung oder die Dunkelheit. Normalerweise kann der Mensch auch bei Dunkelheit bestimmte Dinge wahrnehmen, bei der Nachtblindheit ist das Sehen von Licht und Gegenständen nur meist schimmernd und kontrastlos möglich. Oft kann Vitamin-A-Mangel ursächlich für die voranschreitende Sehstörung sein.
Ohrensausen
Ohrensausen (Tinnitus) hat jeder vierte Deutsche schon einmal erlebt. Drei Prozent erkranken chronisch an Tinnitus. Der permanente Dauerton kann durch einen Gehörsturz, Tommelfellverletzungen, Innenohrdefekt oder Ernährungsdefizite und psychische Belastungen ausgelöst werden. Man unterscheidet zwischen akuten, subakuten und chronischen Fällen des Tinnitus.
Otosklerose
Bei dem Krankheitsbild handelt es sich um eine Knochenstoffwechselerkrankung, die zu einer zunehmenden Verwachsung bzw. Fixierung der Steigbügelfussplatte führt. Die Otosklerose führt zu einer Schallleitungsschwerhörigkeit, da die Schwingungen von Mittelohr zum Innenohr über die Verwachsungen des kleinen Gehörknochens (Steigbügel) geschädigt sind. Die Krankheit betrifft Frauen mehr als Männer und tritt besonders zwischen 30-40 Jahren auf. Von der Otosklerose ist meistens nur eine Seite betroffen.
Retinoblastom
Retinoblastom ist eine sehr seltene Tumorerkrankung, aber die häufigste Augentumorerkrankung im Kindesalter. Jungen und Mädchen erkranken an der Krebsform gleicherweise. Meistens sind Kinder unter fünf Jahren von der Netzhauterkrankung betroffen. Die Tumorerkrankung kann erblich bedingt sein (hereditäre) oder sporadisch auftreten und ist die Folge von entarteten Netzhautzellen in unterschiedlichen Entwicklungsstufen. Retinoblastome können ein oder beide Augen befallen und sich auch über das zentrale Nervensystem oder die Blutbahn im Organismus ausbreiten und andere Krebserkrankungen auslösen.
Schielen
Etwas drei bis fünf Prozent der Deutschen sind vom Schielen betroffen. Unter Schielen versteht man generell, auf Grund eines Koordinationsdefizites, ein nicht paralleles Verhältnis der Sehachsen, beim Sehen in die Ferne, Schielen kann in unterschiedlichen Krankheitsformen auftreten und hat viele Ursachen. Innerhalb der Augenheilkunde hat sich ein spezielles medizinisches Fach entwickelt, das sich mit dem Schielen beschäftigt – die Strabologie. In vielen Fällen gehen mit dem Schielen vielschichtige Komplikationen einher. Schielen kann bei Kleinkindern in bestimmten Alltagssituationen (Einschlafen, Ermüdung) ein normales Verhalten sein.
Sehverschlechterung
Rund 300.000 neue Erblindungsfälle kommen in Deutschland im Jahr vor. Erblindung heisst in der gesetzlichen Defintion, eine deutliche Behinderung im Alltag durch starke Seheinschränkungen. In fast 90 Prozent der Fälle ist Makuladegeneration bei Menschen ab dem 50-ten Lebensjahr dafür verantwortlich. Von der degenerativen Erkrankung der Netzhaut, ist das so genannte zentrale sehen, zum Beispiel die Mitte eines Gesichts, betroffen. Mit zunehmendem Alter wird die räumliche Orientierung schwieriger. Für viele Menschen ist das Autofahren, als ein zentrales Mobilitätselement, durch die Makuladegeneration nicht mehr möglich.
Stabsichtigkeit
Die Stabsichtigkeit ist eine Sehstörung auf Grund von Hornhautverkrümmungen, die letztendlich zum Unscharfen sehen führen. Astigmatismus kann durch angeborene oder erworbene Schädigungen auftreten. Narben auf der Hornhaut sind oft ursächlich für die erworbene Stabsichtigkeit, die zu verzehrten Netzhautbildern und somit unscharfes sehen führt.
Stimmstörungen
Stimmstörungen können ursächlich auf organische oder funktionelle Erkrankungen zurück zu führen sein. Man unterscheidet in funktionelle (Dysphonie / Dysodie), organische, psychologische und hormonelle Stimmstörungen. Unter Dysphonie versteht man Srechstimmstörungen. Dysodie stellt das Krankheitsbild der Singstörungen dar.