Psyche

Unter Psyche kann man ein menschliches Wahrnehmungs- und Bewusstseinssystem verstehen, dass mit Denken, Reflektion und bewussten Handeln verbunden ist. Das Handeln von Menschen kann rational, emotional oder affektiv geprägt sein, je nach Persönlichkeitsstruktur, Situation, Deutung und Wahrnehmung. Grenzbereiche zwischen bewussten und unbewussten Handlungen finden sich bei vegetativen Körperfunktionen, wie der Atmung oder dem Herzschlag, oder auch instinktiven Reflexen, Trieben und allgemeinen Bedürftnisbefriedigungen. In der modernen Welt leiden immer Menschen an psychischen Erkrankungen, die ihre Ursachen in verschiedenen Faktoren haben. Bei jungen Menschen sind es vor allem Suchterkrankungen, die in den Medien zunehmend thematisiert werden. Aber nicht nur bei jungen Menschen treten vermehrt Depressionsformen oder neurotische Störungen auf. Trotz aller negativen, statistischen Entwicklungen bei psychischen Störungen, bleibt festzustellen, dass unsere aufgeklärte Gesellschaft zunehmend offener und ausgeschlossener mit psychischen Erkrankungen umgeht, die für viele Menschen sehr belastend sind und ihre Lebensqualität einschränken. In dieser Rubrik finden Sie Krankheits- und Beschwerdebilder und Symptome zu zahlreichen Erkrankungen der Psyche.

Alkoholkrankheit

Alkohol ist neben dem Rauchen die größte Sucht. Man schätzt, dass über 40.000 Menschen in Verbindung mit langfristigem Alkoholgenuss jährlich sterben. Die Grenze zwischen einem „normalen“ Alkoholkonsum und Alkoholismus ist dabei fließend und kann anhand bestimmter definierter Kriterien bestimmt werden. Übermäßiger Alkoholkonsum kann zahlreiche Erkrankungen begünstigen und bringt in vielfältiger Weise berufliche und private Probleme mit sich. Auch im Straßenverkehr spielt Alkohol in Bezug auf die Unfallstatistik eine gravierende negative Rolle. Gerade Jugendliche „entdecken“ Alkohol als eine „normale“ Droge, die sie aus den Alltagsfrustrationen holt.

Angst und Panik

Schätzungsweise leiden in Deutschland etwa zehn Prozent der Menschen an behandlungswürdigen Angstzuständen. Angst ist eigentlich etwas normales, da sie schon seit Urzeiten den Menschen vor vermeintlichen Gefahren bewahrt hat. Man spricht von Angst- und/oder Panikerkrankungen, wenn keine rationalen Gründe vorliegen oder Panikattacken ohne besonderen Grund auftreten. Angst kann als ein Stresszustand gesehen werden, der weitreichende körperliche und seelische Erkrankungen nach sich zieht. Werden die krankhaften Ängste nicht behandelt, kann es zu zahlreichen Phobien kommen. Die bekanntesten Phobien sind die Agoraphobie (Platzangst) und die Klaustrophobie (geschlossene Räume). Chronische Angsterkrankungen wie Todesangst, Prüfungsangst oder auch Sexualängste können zu sozialen Problemen führen, die oft einhergehen mit Alkohol- und Drogenmissbrauch.

Autismus

Autismus stellt gerade im frühkindlichen Stadium eine schwere Entwicklungsstörung dar. Frühkindlicher Autismus tritt innerhalb der ersten drei Jahre auf und führt bei den betroffenen Kindern zu schweren Beziehungs- und Kommunikationsdefiziten. Die Kinder vermeiden Körper- und Blickkontakt und kapseln sich völlig von der Außenwelt ab. Einige der typischen Merkmale sind zum Beispiel die leichte Erregbarkeit auf Umwelteinflüsse oder auch eigenartige Bewegungsmuster sowie Ausdrucksstörungen der Mimik, Gestik und der Sprache. Treten die Störungen nach dem dritten Lebensjahr auf und erfüllen nicht alle medizinischen Diagnosekriterien, so spricht man von atypischem Autismus. Es gibt bei der Beurteilung von Autismussymptomen auch Grenzbereiche zu Symptomen anderer phychischer Krankheiten und Fachdiskussionen darüber, wann Autismus vorliegt. Nach internationalen Studien „erkranken“ 4-5 Kinder von 10.000 an Autismus.

Borderline

Borderline soll bis zu drei Prozent der Erwachsene in Deutschland betreffen. Frauen sind dreimal soviel betroffen als Männer. Borderline ist eine Persönlichkeitsstörung, die eine instabile und emotionale Persönlichkeitsstörung beschreibt. Borderline wird auch mit den Begriffen Grenzgänger und Grenzlinie umgangssprachlich umschrieben. Borderline-Syndrome wurden in der wissenschaftlichen Psychiatrie als Randerscheinungen im Grenzbereich der schizophrenen Erkrankungen beschrieben. Zum Erscheinungsbild gehören sehr unterschiedliche und wechselhafte Emotionen, Stimmungen und Verhaltensweisen, u.a.: Angstzustände, Selbstverletzende Verhaltensweisen, Depressionen, Essstörungen und viele andere Symptome. Starke Gefühlsimpulse und Reaktionen auf äußere Einflüsse können von den Erkrankten oft nicht reguliert werden.

Bulimie

Bulimie oder Ess-Brech-Sucht tritt vor allem bei Frauen zwischen 20-30 Jahren auf. In den letzten Jahren sind auch vermehrt junge Männer von der Krankheit betroffen, die wie Alkohol- und Drogenmissbrauch, einer medizinischen Behandlung bedürfen. Heißhunger- und Hungerphasen wechseln sich dabei ab. Meist wird die aufgenommene Nahrung künstlich wieder erbrochen, um das Gewicht zu halten. Eine permanente Auseinandersetzung mit dem Grundthema Essen, ist bezeichnend für das Krankheitsbild. Meist wird die Krankheit aus Schamgefühl vor Verwandten und Freunden geheim gehalten.

Burn-Out-Syndrom

Burn-Out kann man wörtlich übersetzen mit „ausgebrannt“ und ist heute schon lange kein Krankheitsbild mehr, das nur eine typische Managerkrankheit beschreibt, die auf Grund von Überarbeitung auftritt. Das Burn-Out-Syndrom beschreibt eine geistige Leere und individuelle psychische Erschöpfungszustände, einhergehend mit organischen Defiziten. Besonders betroffen sind zum Beispiel Topmanager, Berufssportler, aber auch Ärzte, Lehrer oder vermehrt Frauen, die Beruf und Familie in Einklang bringen müssen sowie immer mehr Jugendliche.

Chronisches Erschöpfungssyndrom

CFS-Chronic-Fatique-Syndrom oder das chronische Erschöpfungssyndrom wurde lange Zeit unter den Depressionsformen geführt. Heute ist die Krankheit, die vor allem Menschen zwischen 20-40 Jahren betrifft und bei Frauen öfetrs auftaucht als bei Männern, als eigenständiges Krankheitsbild etabliert. In schlimmen Fällen kann es für die Betroffenen zu Behinderungen bei der Arbeit und Privatleben kommen.

Depression

Depression kommt aus dem Lateinischen und bedeutet „niederdrücken“. In der Psychologie und Medizin spricht man von depressiven Episoden, in dem der Patient niedergeschlagen ist, sich antriebs- und freudlos gibt und das meist einhergehend mit einer Störung des Selbstwertgefühls und verringertem Fremdwertgefühl. In der Psychiatrie spricht man von Affekt-Störungen, in denen es sporadisch zu Störungen der normalen Stimmung kommt. Depressionen schränken den Patient in seiner Lebensqualität maßgebend ein. Nach Schätzungen nehmen sich über 10.000 Menschen im Jahr das Leben, mehr als es Verkehrstote in Deutschland gibt.

Essstörungen

Essstörungen sind gerade bei jungen Frauen ein ernsthafter und gesundheitsschädigender Trend. Wird das Thema „Essen“ zu einem permanenten gedanklichen und emotionalen Thema, einhergehend mit der Verringerung oder Verweigerung der Nahrungsaufnahme, so kann dies zu unterschiedlichen Krankheitsbildern führen. Psychische, körperliche und soziale Probleme können für die Betroffenen ernsthafte Konsequenzen im Alltag haben.

Magersucht

Magersucht (Anorexia nervosa) ist eine psychosomatische Erkrankung, die gerade seit den 70er Jahren in der Öffentlichkeit für Schlagzeilen sorgte. Neulateinisch „Anorexia“ steht für Appetitlosigkeit. Die Krankheit ist verbunden mit starker Gewichtsabnahme, Hungern und einer extremen Gewichtskontrolle. Die Krankheit tritt laut medizinischen Erhebungen vor allem bei Mädchen in der Ober- und Mittelschicht auf. Gerade Frauen zwischen 15-25 Jahren gelten als Risikogruppe.

Manisch-depressive Erkrankung

Manisch-depressive Erkrankungen oder auch „Bipolare affektive Störungen“ sind gekennzeichnet von zwei Stimmungspolen, die zwischen Manie und Depression schwanken. Manisch-depressive Erkrankung sind Geschlechterunabhängig und treten oftmals vom zweiten bis dritten Lebensjahrzehnt auf. Der Volksmund umschreibt die Stimmungsschwankungen mit „Himmelhoch jauchzend zu Tode betrübt“. Typisch für die Manisch-depressive Erkrankungen sind Episoden der Betroffen, die von euphorischer Hochstimmung und Rastlosigkeit bis tiefer Depression reichen.

Regulationsstörungen bei Kindern

Die Kommunikation und das Verständnis zwischen Neugeborenen, Säuglingen, Kleinkindern und Eltern ist gerade in dieser Entwicklungsphase oft belastend für beide Seiten, zudem ist es eine wichtige Zeit in der psychischen Entwicklung des Kindes. Werden die kommunikativen Signale der Seiten falsch gedeutet, so können seelische Belastungen und Verhaltensstörungen bei Babys und Kindern auftreten, aber auch körperliche Krankheiten und Beschwerden hervorrufen. Bei den betroffenen Kindern kommt es oft zu einer Störung der Affektregulation, die sich durch Schlaf-, Ess- oder Kommunikationsstörungen oder auch starker Erregbarkeit, Unruhe sowie Schreistörungen äußern können.