Obwohl es kein anderes Organ gibt, das uns als besondere Lebewesen charakterisiert, sind Erkrankungen des zentralen Nervensystems mit dem Gehirn und das periphere Nervensystem für viele Menschen unbekannt und eine medizinische Welt voller Geheimnisse. Unser Gehirn nimmt komplexe Sinneseindrücke und Verhaltensweisen auf und wandelt diese spezifischen Informationen um. Es gibt dann lebenswichtige Funktionsanweisungen in den Organismus weiter. Aber nicht jede Information erreicht unser Bewusstsein. Werden bestimmte Anforderungen an das menschliche Verhalten gestellt, zum Beispiel schnell unwillkürlich oder normal zu reagieren, verarbeitet das so genannte Periphere Nervensystem (PNS) diese Informationen. Das PNS hat zwei Systeme, das Somatische System (SNS) und das Autonome System (ANS). Das Autonome System dient u.a. zur Koordination vegetativer Funktionen, wie der Atmung. Motorische und sensorische Neutronen regeln das Prinzip von Reiz und Reizantwort. Kommt zu Schädigungen dieses komplexen Nervensystems, auf Grund von angeborenen oder erworbenen Krankheiten, treten verschiedene Formen von Nerven- und Gehirnkrankheiten auf, die hier in der Rubrik behandelt werden.
Demenz
Unter Demenz versteht man eine geistige Leistungsabschwächung, die mit Defiziten in der Gedächtnisleistung, der Merkfähigkeit oder auch der Sprache und der Motorik einhergeht. Meistens sind ältere Menschen von Demenz betroffen, man spricht dann von Altersdemenz. Vergesslichkeit alleine ist kein Indiz für Demenz. Demenz ist noch nicht in allen Formen ursächlich erforscht, kann aber heute in einem gewissen Umfang therapiert werden. Man schätzt, dass über zehn Prozent der Menschen über 65 Jahren an Altersdemenz leiden.
Dyskalkulie
Laut Umfragen können bis zu zehn Prozent der Schüler den Matheunterricht nicht inhaltlich nachvollziehen. Kinder mit Dyskalkulie haben Entwicklungsstörungen im Bezug auf das Zahlenverständnis , den Mengen und dem Zusammenhang. Bekannter wie Dyskalkulie ist die Legasthenie. Man spricht bei der Dyskalkulie auch von einer Teilleistungsschwäche im mathematischen Bereich. Im alltäglichen Leben fällt den Kindern viele Dinge schwer, zum Beispiel der Umgang mit Geld oder Verständnis für Uhrzeiten. Wie bei der Legasthenie ist meist die dritte Klasse, die schwierigste Zeit. Werden die schulisch
Epilepsie
Epilepsie wurde bei den antiken Griechen als heilige Krankheit bezeichnet. Dämonen und Götter sollten für die Anfälle verantwortlich sein. Im Deutschen wird Epilepsie auch als Fallsucht bezeichnet, bei der mindestens zwei krampfartige Anfälle ohne besonderen Grund auftreten müssen. Dagegen ist der epileptische Anfall ein einmaliges Ereignis und wird nicht als Epilepsie bezeichnet.
Gehirnerschütterung
Gehirnerschütterungen (Commotio cerebri) kommen in der Regel durch gewaltsame Ereignisse, wie Stürze oder Schläge vor und werden medizinisch, wie Schädel-Hirn-Traumata, nach bestimmten Schweregraden, innerhalb eines speziellen Punktesystems gewertet. Gehirnerschütterungen gehen oft mir einer Bewusstlosigkeit einher und werden auch manchmal mit Schädel-Hirn-Trauma (SHT) assoziiert. Schädel-Hirn-Trauma-Erkrankungen umschreiben Krankheitsbilder, die nicht nur mit reinen Schädelverletzungen einhergehen, sondern auch mit flankierenden Hirnerkrankungen verbunden sind. Jede Gehirnerschütter
Glaukom
Glaukom oder "Grüner Star" ist eine Augenkrankheit, die das Sehvermögen durch einen erhöhten Augeninnendruck zerstört. Die Augenkrankheit ist in Europa die Hauptursache für Erblindungen. Ca. ein Prozent der Deutschen ist davon betroffen. Ab 40 nimmt das Risiko zu, an der Augenkrankheit zu erkranken. Es gibt unterschiedliche Arten der Erkrankung. Die gefährlichste Form ist das akute Glaukom, das einen Notfall darstellt und zur schnellen Erblindung führen kann.
Gürtelrose
Gürtelrose (Herpes zoster) ist eine Viruserkrankung, die durch das Varizella-Zoster-Virus ausgelöst wird. Meist wird das Virus schon in der Kindheit übertragen und löst dann die bekannten Windpocken aus. Die Reaktivierung findet dann im späteren Alter als Gürtelrose statt.
Hydrocephalus
Wörtlich ins Deutsche übersetzt heisst Hydrocephalus „Wasserkopf“. Hinter den Begriffen Hydrocephalus und Spina bifida stecken sehr komplexe Krankheiten, Symptome und Beschwerden. Das Gehirn ist im so genannten Liquor cerebrospinalis (Gehirnflüssigkeit) gelagert. Die vier Gehirnkammern werden mit Blutgefäßen stark versorgt. Die Kammern sind untereinander durch Kanäle und Öffnungen vernetzt. Es gibt eine permanente Zirkulation des Gehirnwassers. Über einen Kanal zwischen der dritten und vierten Kammer fließt der Liquidor ab und tritt über Öffnungen an der vierten Kammer an die Oberfläche des Gehirns. Sind die Öffnungen der Kanäle verstopft oder verengt, so kann das Gehirnwasser nicht entweichen und treibt die inneren Kammern auseinander. Der Kopfumfang der Kinder nimmt sichtbar zu, die Liquidorräume vergrößern sich, das Gehirngewebe wird auseinander gedrängt. Zahlreiche Entwicklungsstörungen und Erkrankungen können akut und langfristig mit dem beschriebenen Prozess einhergehen und müssen meist operativ therapiert werden.
Kinderlähmung
Kinderlähmung oder Poliomyelitis ist eine Viruserkrankung, die durch bestimmte Enteroviren ausgelöst wird. Besonders das Gehirn und speziell die Gehirnzellen, die für willkürliche Bewegungen zuständig sind, sind von der Viruserkrankung betroffen und führen zu Lähmungen. Von den Lähmungen sind meist die Beinmuskeln und der Schulterbereich betroffen. Die Ansteckung geschieht in Form von Tröpfchen- und Schmierinfektionen. Die Inkubationszeit beträgt von drei Tagen bis zu zwei Wochen. Von der Viruserkrankung sind vor allem Kinder betroffen. Es besteht für die Poliomyelitis eine gesetzliche Meldepflicht nach dem Infektionsschutzgesetz. In Europa tritt die Krankheit nur sehr selten auf, wird aber vor allem durch den Ferntourismus wieder nach Europa getragen.
Legasthenie
Unter dem Begriff Legasthenie versteht man Entwicklungsdefizite beim Lesen und Schreiben. Je nach Definition geht man von bis zu zehn Prozent der Gesamtbevölkerung (Deutschland) aus, die unter LRS leiden. Oftmals treten in der Schule nur bestimmte Entwicklungsdefizite auf. Das Kind oder Jugendliche kann durchaus normale schulische Leistungen abrufen, nur in bestimmten Bereichen treten die Defizite auf. Rechenschwächen nennt man zum Dyskalkulie. Ursächlich für Legasthenie sind laut Forschungen genetische Einflußfaktoren oder/und Gehirnentwicklungsstörungen durch bestimmte veränderte Prozesse, die zu Informationsdefiziten im Gehirn führen.
Migräne
Griech. hemikrania (Schmerz in einer) Kopfhälfte. Schon 400 v. Chr. hatte Hippokrates seine Aura-Theorie über die Migräne. In Deutschland leiden heute über 10 Millionen Menschen unter der Krankheit, die schon in jungen Jahren ausbricht. Der Kopfschmerz, der meist einhergeht mit Übelkeit, Lärm- und Lichtempfindlichkeit ist ein Martyrium für die Betroffenen. Migräne bleibt ein Phänomen.
Multiple Sklerose
Multiple Sklerose, auch MS genannt, ist eine chronisch-entzündliche und degenerativ wirkende Erkrankung des zentralen Nervensystems. Bei MS werden die Markscheiden der Nervenfasern beschädigt und zerstört. Die Beschädigung der Markscheiden um die Nervenfasern, die die Befehle an das Gehirn und andere Körperregionen leiten, bewirkt, dass eine verminderte Leitfähigkeit zu Symptomen wie: Lähmung, schnelle Ermüdung, Spastiken oder Sehstörungen führt. Das geschädigte Nervengewebe ist bei fortschreitender Krankheit nicht mehr in der Lage, die Markscheiden zu erneuern, es entstehen Narben (multiplen sklerosen).
Ohnmacht
Ohnmacht oder medizinisch Synkope umschreibt den Zustand einer kurzzeitigen Bewußtlosigkeit, die in der Regel unter einer Minute dauert und durch eine Mangeldurchblutug des Gehirns ausgelöst wird. Ursächlich für die Ohnmacht können unterschiedliche akute oder chronische Erkrankungen sein, die man immer mit dem Arzt besprechen sollte. Ohnmachtsanfälle oder Zusammenbrüche können oft mit Sturzverletzungen einhergehen.
Parkinson-Krankheit
Die Parkinson-Krankheit (Morbus Parkinson) ist eine degenerative Erkrankung einiger Gehirnzellen. Die Krankheit wurde erstmals vom englischen Arzt James Parkinson im Jahre 1817 beschrieben. Die Parkinson-Krankheit zählt zu den langsam fortschreitenden neurologischen Erkrankungen. Gerade ältere Männer sind von der Krankheit betroffen. Durch den langsamen Verlust der dopaminproduzierenden Zellen kommt es zum Bewegungsverlust. Typische Symptome sind Muskelstarre, Muskelzittern und Bewegungsarmut.
Parkinson-Krankheit
Die Parkinson-Krankheit ist eine Krankheit des zentralen Nervensystems, die mit dem Verlust spezifischer, dopaminproduzierender Gehirnzellen einhergeht. Ist die Dopamin-Produktion gestört, so kommt es zu den typischen Parkinson-Symptomen, wie Muskelzittern (Tremor), Bewegungsverlangsamung (Akinese) oder Muskelsteifigkeit (Rigor). Die Parkinson-Krankheit betrifft vor allem ältere Menschen ab dem 55-ten Lebensjahr und ist eine häufig auftretende neurologische Erkrankung.
Reye-Syndrom
Unter Reye-Syndrom versteht man schwere Erkrankungen, die häufig nach überstandenen Virusinfektionen auftreten und vor allem die Leber und das Gehirn schädigen. Betroffen sind vor allem Kinder im Alter von vier bis zehn Jahren. Benannt ist die Krankheit nach dem australischen Kinderarzt Douglas Kenneth Reye, der 1978 verstarb.
Schlaganfall
Rund 200.000 Deutsche pro Jahr erleiden einen Schlaganfall (Apoplex). Aus unterschiedlichen Gründen kommt es beim Schlaganfall zu plötzlichen Funktionsausfällen in Teilen des Gehirns. Meist ist eine mangelnde Durchblutung in Teilen des Gehirns die Ursache. Die Bezeichnung Schlaganfall wird für unterschiedliche Krankheitsbilder verwendet.
Störungen des Sprechablaufes bei Kindern
Stottern ist kein neues modernes Phänomen, sondern war in allen menschlichen Kulturen vorhanden. Stottern kann man definieren mit einem auffallend häufigen Unterbrechen des Redeflusses, das einer individuellen Symptomatik unterliegt und durchaus vielfältigen Formen unterliegt. Stottern und andere auffällige Unterbrachungen im Redefluss, werden unter den Störungen des Sprechablaufes Begrifflich geführt. Das Stammeln ist gehört einer eigenständigen Gruppe der Sprachstörungen an. Die Ursachen für die Störungen sind bisher nicht abschließend erforscht. Es gibt zahlreiche Menschen die S
Tourette-Syndrom
Das Tourette-Syndrom ist eine Gehirnkrankheit mit psychischen Symptomen. Laut neuen Statistiken sind rund 40.000 Menschen, vor allem Kinder davon betroffen. Die Krankheit des Gehirns ist in Deutschland noch nicht sehr bekannt und bisher nicht abschließend erforscht.
Trigeminusneuralgie
Die Trigeminusneuralgie gehört zu den äußerst schmerzhaften Leiden, die bei Menschen auftreten können. In der zweiten und dritten Hälfte des Gesichts, den Bereichen Unter- und Oberkiefer sowie Mund, tritt der Schmerz blitzartig auf. Der Schmerz hält oft nur wenige Sekunden an. Bei der schlimmsten Form, der symptomatischen Trigeminusneuralgie, bleiben die Schmerzen subtil, so dass der Patient oft in Depressionen verfällt, da er alles unterlässt, das vermeintlich Schmerzen erzeugt.