Die Mundhöhle hat verschiedene Funktionen, unter anderem ist sie Anfangsglied der Nahrungsaufnahme und –verdauung und maßgebend an der Laut- und Sprachbildung beteiligt. Die Mundhöhle geht direkt in den mittleren Rachen über und ist durchgehend mit einer Schleimhaut ausgekleidet. Die wichtigsten Organe der Mundhöhle sind Zunge, Speicheldrüsen und Zähne sowie die Lippen und der Gaumen. Die Mundhöhle ist ein Sammelsurium von Bakterien und anderen Mikroorganismen, die im Normalfall in einem gesunden, okölogischen Gleichgewicht stehen. Ist dieses Gleichgewicht gestört, können Entzündungen und zahlreiche Krankheiten auftreten, die nicht immer von außen aufgenommen werden, sondern vielmehr in Verbindung stehen mit dem Ungleichgewicht der Mundflora. Der Diagnose von Krankheitssymptomen, die sich im Mund- und Rachenraum zeigen, kommt besondere Bedeutung zu, da sich viele Grunderkrankungen hier zuerst symptomatisch äußern. In dieser Rubrik finden Sie Krankheitsbilder im Mund- und Rachenraum, in Abgrenzung zu den klassischen Krankheitsbildern, die in die zahnärztliche Versorgung fallen.
(VCD) Vocal cord dysfunction
Unter Vocal cord dysfunction versteht man eine anfallsartige Stimmbandfunktionsstörung, die mit plötzlichem Verschluss der normalen Stimmbänder, genauer der Stimmritze, bei Atmen auftritt. Die Atem- oder Luftnot ist so groß, das viele Betroffene Todesangst bekommen. Betroffen sind vor allem junge Frauen zwischen 20-30 Jahren. Die Anfälle dauern oft nur wenige Sekunden oder Minuten haben aber auf die Betroffenen häufig schwere psychische Auswirkungen auf ihr Alltagsverhalten. Oft werden die Anfälle mit Asthma-Anfällen verwechselt.
Kehlkopfentzündung
Rund 80 Prozent der Betroffenen, die an Kehlkopfentzündungen leiden, haben chronische Erkrankungen. Chronische Kehlkopferkrankungen bezeichnet man als chronische Laryngitiden. Seltener treten Kehlkopferkrankungen akut auf (Akute Laryngitiden). Bekanntestes Symptom für Kehlkopferkrankungen ist die Heiserkeit.
Kehlkopfkrebs
Kehlkopfkrebs betritt vor allem Männer im fünften bis siebten Lebensjahrzehnt und stellt die häufigste bösartige Krebserkrankung innerhalb der HNO-Medizin dar. Vor allem Raucher sind betroffen. Chronische Entzündungen des Kehlkopfes (chronische Laryngitiden) führen oft zum Kehlkopftumor. Kehlkopfkrebs tritt zunehmend auch ohne Konsumbedingte Risikofaktoren auf und betrifft immer mehr Frauen und Erwachsene im jüngeren Alter. In schweren Fällen kann die Krebserkrankung tödlich enden.
Mandelentzündung
Die akute Tonsillitis oder Mandelentzündung ist eine ansteckende bakterielle Entzündung der Gaumenmandeln, die meist durch Streptokokken verursacht wird. Vor allem Kinder sind von der bakteriellen Entzündung betroffen. Die Entzündung kommt vor allem im Frühjahr und Winter vor und ist mit Schluckbeschwerden, Fieber und Halsschmerzen verbunden. Kommt es zu chronischen Mandelentzündungen können diese operativ entfernt werden.
Mandelentzündungen bei Kindern
Mandelentzündungen bei Kindern ist die häufigste Ursache für Krankenhausaufenthalte bei Kindern unter 15 Jahren. Mandelentzündungen treten bei Schul- und Vorschulkinder rund fünf Mal im Jahr auf. Typische Krankheitsmerkmale sind: Hals- und Schluckbeschwerden, Lymphknotenschwellungen und Sprechprobleme sowie Fieber. Treten chronische Formen der entzündlichen Rachen- und Gaumenmandeln auf, so muss dies mit dem Arzt besprochen werden. In manchen Fällen ist das operative Entfernen der Mandeln aus medizinischer Sicht sinnvoll.
Parodontose
Eine der häufigsten Erkrankungen des Zahnhalteapparates (Parodontium), welche durch bakterielle Entzündungen hervorgerufen wird, ist die Parodontitis. Die bakterielle Entzündung greift zuerst das Zahnfleisch (Gingivitis) an und schädigt dann den Knochen und den Zahnhalteapparat. Bei anhaltender Krankheit kommt es zum Rückgang des Zahnfleisches und letztendlich zum Ausfall des Zahnes. Parodontose war ursprünglich der Sammelbegriff für alle entzündlichen und nicht-entzündlichen Erkrankungen des Zahnbettes. Seit Mitte des 20. Jahrhunderts unterscheidet man zwischen Parodontitis und Parodontose. Bei der Parodontose kommt es zum Schwund des Zahnbettes ohne entzündliche Zahnfleischtaschen oder Blutungen.
Psychogene Aphonie
Bei der Psychogenen Aphonie handelt es sich um eine Stimmerkrankung. Das oft verkannte Krankheitsbild führt zum tonlosen Flüstern, bzw. kann in schweren Fällen dazu führen, das eine vollkommene Stimmlosigkeit eintritt. Von der Psychogenen Aphonie sind vor allem Frauen betroffen.
Salmonellen
Unter Salmonellose versteht man Salmonellen-Erkrankungen, die häufig in den Sommermonaten auftreten, und durch stabförmige Bakterien ausgelöst werden. Es gibt rund zehn Samonellenarten, die für Erkrankungen des Menschen relevant sind. In Deutschland sind es zwei Salmonellosen, Serovare S. enteritidis und S. typhimurium, die Durchfallerkrankungen verursachen. In den meisten Fällen heilen die Salmonellen-Erkrankungen nach einer Zeit spontan ab. Für Risikogruppen, wie Kleinkinder oder ältere Menschen, können die Salmonellenerkrankungen allerdings gefährlich werden.
Scharlach
Scharlach ist eine durch Bakterien, so genannte Streptokokken, ausgelöste Infektionskrankheit, die vor allem im Kindesalter auftritt. Über Mund und Rachen kann die Krankheit durch Tröpfchen- und Hautkontakt oder auch offene Wunden übertragen werden. Charakteristisch für die Krankheit sind hohes Fieber, Schüttelfrost, Übelkeit, Rachenentzündungen und ein juckender Hautausschlag.
Zahnen
Die Entwicklung und der Durchbruch der ersten Zähne ist ein normaler Naturprozess, der oft mit Beschwerden für die Kinder einhergeht. Alle Symptome und Beschwerden, die mit diesem Entwicklungsprozess verbunden sind, werden unter dem Sammelbegriff Zahnungsprobleme geführt. Es gibt zahlreiche Probleme beim Zahnen, die vom Arzt untersucht und behandelt werden müssen. Oft sind die Symptome und Beschwerden für die Eltern schwer zu deuten und einzuschätzen.