Herz-Kreislaufsystem und Blutgefäße

In den Industrieländern sind Herz-Kreislauferkrankungen auch weiterhin die häufigste Todesursache. Unter Herz-Kreislaufsystem wird die Funktions- und Wirkungsweise des Herzens und der Blutgefäße zusammengefasst. Blutgefäße sind besonders beim Transport des lebensnotwendigen Blutes maßgebend. Der Aufbau der Blutgefäße und ihre Funktion für den Organismus, werden in Arterien, Venen und Kapillaren unterschjieden. Unser Herz schlägt rund 100.000 mal am Tag und versorgt unseren Körper mit dem lebensspendenden Blut. Die Versorgung mit Blut über die Blutgefäße wird über den Blutdruck reguliert. Kommt es auf Grund der Einwirkung unterschiedlicher Risikofaktoren oder auch Infektionen zu Störungen des Herz-Kreislaufsystems, so können Krankheitsbilder, wie Herzinfarkt, Schlaganfall oder so genannten peripheren arteriellen Verschlusskrankheiten auftreten. In dieser Rubrik finden Sie Krankheitsbilder, die Herz-Kreislauferkrankungen darstellen oder organische Erkrankungen anderer Organe, die in Verbindung mit den Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems stehen.

Angeborene Herzfehler bei Kindern

Die Fallotsche Tetralogie im englischen ToF (Tetralogy of Fallot) genannt, ist ein Zusammentreffen mehrerer Herzfehlbildungen. Die Krankheit ist nach dem französischen Kardiologen Etienne Fallot benannt und macht rund 14 Prozent aller angeborenen Herzfehler aus. Die Auswirkungen der einzelnen Herzfehler oder die Kombinationsauswirkungen sind individuell verschieden. Früher wurde die Herzkrankheit auch „Blaues-Baby-Krankheit“ genannt, da die Kinder eine bläuliche Hautfarbe haben. Besonders die Spitzen der Lippen-, Finger und Zehenspitzen sind bläulich gefärbt.

Angina Pectoris

Angina Pectoris oder auch Herzenge genannt bezeichnet einen Herzschmerz, der seinen Ursprung in Durchblutungsstörungen des Herzens hat. Die Erkrankung der Herzkranzgefäße nennt man KHK, Koronare Herzkrankheit. Eine Minderversorgung des Herzmuskels mit Sauerstoff führt bei den Betroffenen zu Atemnot, Engegefühle im Brustkorb und Beklemmungsgefühle. Beim Herzinfarkt werden Teile des Herzens teilweise nicht mit Blut und Sauerstoff versorgt.

Arterienverkalkung

Arterienverkalkung (Arteriosklerose) ist eine Krankheit, die mit zunehmendem Alter auftritt. Blutfette, Bindegewebe oder Kalk lagern sich in den Gefäßwänden der Arterien ab. Die Gefäßwände verengen und verkalken sich, dies führt dazu, dass das Blut nicht mehr richtig fließen kann. Herzinfarkte und Schlaganfälle können die Folge sein. Das Risiko der Arterienverkalkung ist sowohl von den Anlagen abhängig, als auch von der Ernährung und dem Lebenswandel.

Bluthochdruck

Bluthochdruck, oder auch Hypertonie genannt, ist eine Volkskrankheit. Man spricht von Bluthochdruck, wenn der systolische Wert über 140 mmHg und der diastolische Wert über 90 mmHg liegt. Mit Hypertonie ist im allgemeinen die arterielle Hypertonie gemeint. Da Bluthochdruck oft spät erkannt wird, steigt das Risiko, an Herz- oder Nierenleiden zu erkranken. Es gibt Schätzungen, dass alleine in Deutschland jährlich rund 400.000 Menschen an den Symptomen des Bluthochdrucks sterben.

Durchblutungsstörungen

Durchblutungsstörungen sind eine der Volkskrankheiten der modernen Welt. Durchblutungsstörungen können in zahlreichen Stellen des menschlichen Körpers vorkommen. Akute oder chronische Gefäßerkrankungen können zu den Durchblutungsstörungen führen (Arteriosklerose). In schlimmen Fällen kommt es durch die Durchblutungsstörungen zum Zellsterben oder zu Funktionsstörungen und Schmerzen. Meist führen Faktoren wie: Rauchen, Übergewicht, Bluthochdruck, anomale Blutfettwerte oder auch Diabetes zu Durchblutungsstörungen.

Herzbeutelentzündung

Der Herzbeutel ist die äußere Gewebeschicht des Herzes. Man nennt diese Herzgewebeschicht auch Perikard. Diese äußere Schicht des Herzes schützt nicht nur vor äußerlichen Einflüssen, sondern schützt auch vor Überdehnung. Bei der Herzbeutelentzündung unterscheidet man zwischen primärer und sekundärer Perikarditis. In der primären Form sind es bakterielle Infektionen, die zu Herzbeutelentzündungen führen. Von einer sekundären Perikarditis spricht man, wenn keine Herzschädigungen ursächlich für die Herzbeutelentzündungen sind.

Herzinfarkt

In Deutschland erleiden über eine halbe Million Menschen einen Herzinfarkt. Der Herzinfarkt (Myokardinfakt) stellt eine lebensbedrohliche Herzerkrankung dar, bei dem durch Verschluss eines Herzkranzgefäßes Teile des Herzmuskels absterben. Grund sind Durchblutungsstörungen, die in der Regel länger als 20 Minuten bestehen. Wird das Herzkranzgefäß nicht wieder aktiviert, stirbt der durch das Herzkranzgefäß abhängende Herzmuskel.

Herzklappenfehler

Die gesunde Funktion der Herzklappen ist für die Leistungsfähigkeit des Herzens von besonderer Bedeutung. Herzklappenerkrankungen oder Herzklappenfehler sind in fast immer erworbene Schädigungen und nur in rund drei Prozent der Fälle angeboren. Herzklappenfehler führen zu Veränderungen des Blutflusses. Meist ist die linke Herzklappe oder auch Aorta-Klappe genannt, betroffen.

Herzmuskelerkrankungen

Entzündungen des Herzmuskels können durch Virusinfektionen oder bakteriellen Infektionen verursacht werden. Von der Erkrankung kann der Herzmuskel und der Herzbeutel betroffen sein. Auf Grund der Herzmuskelerkrankungen kommt es zu Kontraktionsdefiziten, die sich im Leistungsabfall bzw. der Herzschwäche zeigen. In einigen Fällen führen die Herzmuskelerkrankungen zu tödlichen Herzschwächen.

Hitzschlag

Gerade bei älteren Menschen führt feucht-heißes Klima zum Hitzschlag oder Hitzekollaps. Durch Überbelastung oder zu langen Aufenthalt in der Sonne, kann es zu Regulationsstörungen der Körpertemperatur kommen. Kühlt sich der Körper auf Grund dessen nicht mehr ab, so kommt es zum Hitzschlag oder dem Hitzekollaps. Der Hitzschlag ist die schwerste Form und stellt einen ärztlichen Notfall dar.

Krampfadern

Krampfadern, auch Varizen genannt, sind geschlängelte und erweiterte Venen. Krampfadern gehören in Deutschland zu der meist verbreiteten Krankheit. Durch die Verbreiterung der Venen und Funktionsstörungen der Venenklappen ist der Rückfluss des Blutes zum Herzen gestört. Frauen sind von der Krankheit stärker betroffen als Männer. Bei etwa zehn Prozent der Patienten ist eine medizinische Behandlung notwendig.

Niedriger Blutdruck

Der niedrige Blutdruck (Hypotonie) ist keine Krankheit, sondern verursacht bei vielen Menschen vor allem Kreislaufbeschwerden. Niedriger Blutdruck ist definiert durch die Werte: 110-60 mmHg bei Frauen und 100-60 mmHg bei Männern. Je nach Alter können auch höhere Werte noch mit niedrigem Blutdruck bezeichnet werden. In der Medizin unterscheidet man in zwei Formen des niedrigen Blutdrucks, der regulativen Hypotonie und der chronischen und episodischen Hypotonie.

Plötzlicher Herztod

Der plötzliche Herztod oder Sekundenherztod betrifft rund 100.000 Menschen in Deutschland, vor allem Männer über 60 Jahren. Zum plötzlichen Herztod zählen auch Herzerkrankungen, die innerhalb von 24 Stunden nach einer akuten Herzerkrankung zum Tod führen. Rund 80 Prozent der Betroffenen haben chronische oder vergangene, akute Herzerkrankungen, wie zum Beispiel koronare Herzkrankheiten oder auch lebensbedrohliche Herzinfarkte.

Schlaganfall

Der Schlaganfall zählt neben den Herz- und Krebserkrankungen zu den dritthäufigsten Todesursachen in Deutschland. Rund 200.000 Menschen erleiden im Jahr einen Schlaganfall. Von den Schlaganfällen sind aber nicht nur ältere Menschen betroffen, sondern zunehmend auch jüngere Erwachsene - sogar Kinder. Rund jeder fünfte Betroffene stirbt innerhalb der ersten vier Wochen – über 30 Prozent innerhalb eines Jahres.

Subduralblutungen

Unter Subduralblutungen versteht man Blutungen unterhalb der Hirnhaut. Größere Blutgerinnsel (Hämatom) bilden sich unterhalb der Schädeldecke. Oft sind es erworbene gewaltsame Ereignisse, die zu Venenrissen an der Hirnhaut (Dura mater) führen. Besonders ältere Menschen und Suchtkranke stürzen öfter auf die Schädeldecke, was zu Hirnblutungen führen kann.

Vorhofflimmern

Herzrhythmusstörungen können von den Herzkammern ausgehen oder von den Vorhöfen der Herzkammern. In Deutschland sind über 600.000 Menschen von Vorhofflimmern betroffen. Betroffen sind vor allem Menschen über 65 Jahren. Das Risiko, an Vorhofflimmern zu erkranken, steigt statistisch mit zunehmenden Lebensjahrzehnten.