Haut und Hautanhanggebilde

Die Haut ist unser größtes Organ und mit vielseitigen Funktionen ausgestattet. Die Haut hat unterschiedliche Funktionen: sie ist Kontakt- und Sinnesorgan zur Innen- und Aussenwelt; sie regelt unseren Stoffwechsel und die Körpertemperatur; sie schützt uns vor Umwelteinflüssen, und nicht zuletzt repräsentiert die Haut unser Erscheinungsbild. Die äußere Haut untergliedert sich in Oberhaut, Lederhaut und Unterhaut. Unter dem Begriff Hautanghanggebilde sind Haare, Nägel, Schmeiß-, Talg – und Milchdrüsen und Zähne unterteilt. Treten Hautkrankheiten auf, so verändert sich nicht nur unser Erscheinungsbild, oft können die Hautausschläge auch als Symptome für andere Grunderkrankungen dienen, die sich zuerst auf der Haut darstellen. In den letzten Jahrzehnten haben sich gerade die Allergieerkrankungen gehäuft. Psychosomatische Erkrankungen, die Hautirritationen oder Hauterkrankungen auslösen, sind ebenfalls weiter im Vormarsch und können bei den Betroffenen schwere, seelische Konflikte auslösen. In dieser Krankheitsrubrik finden Sie zahlreiche Informationen zu Erkrankungen der Haut und der Hautanhanggebilde.

Akne

Akne (Akne vulgaris) ist eine Krankheit, die in der Pubertät auftritt und die häufigste Hauterkrankung unserer Zeit ist. Jungen sind davon mehr betroffen als Mädchen. Meist handelt es sich um Entzündungen der Talgdrüsen, in seltenen Fällen sind die Schweißdrüsen davon betroffen (Acne inversa). Insbesondere die männlichen Geschlechtshormone (Androgene) sind für die Krankheit verantwortlich.

Aktinische Keratose

Unter der solaren Keratose oder aktinischen Keratose versteht man krankhafte Hautzellenveränderungen auf Grund von starker Sonnenbestrahlung. Vor allem hellhäutige Menschen, die sich über Jahre und Jahrzehnte starker UV-Strahlung ausgesetzt haben, sind davon betroffen. Vor allem Männer über 50 Jahre sind statistisch gesehen in der Mehrzahl. Die Verhornungsstörungen der Haut können Vorstufen zu bösartigen Krebstumoren sein.

Arzneimittelallergie

Unter Arzneimittelexanthemen versteht man den Sammelbegriff für entzündliche Hautveränderungen, die auf Grund einer Arzneimittelallergie entstehen, und sich in größeren Bereichen der Haut zeigen. In einigen Fällen kann die Medikamentenallergie lebensbedrohliche Komplikationen mit sich bringen. Die entzündlichen Hautveränderungen können schon bei einer normalen Dosis auftreten. Akute entzündlich Hautausschläge (Exantheme), auf Grund der Einnahme von Medikamenten, ist die häufigste arzneimittelbedingte Reaktion des Organs.

Basalzell-Hautkrebs

Der Basalzell-Hautkrebs ist der häufigste Hauttumor, der im zentralen Europa auftaucht. Kennzeichnend für den Hauttumor ist die mangelnde Fähigkeit sich über Metastasen im Körper auszubreiten. Der Basalzell-Krebs wird auch umgangssprachlich „heller Krebs“ genannt, im Gegensatz zum „schwarzen Krebs“, der auch seltener vorkommt. Ursächlich sind genetische Dispositionen und Sonnenstrahlenschädigungen.

Blutschwamm

Hämangiome gehören zu den häufigsten und ungefährlichen Lebertumoren. Vor allem bei Neugeborenen und Kleinkindern tauchen die normalen und abnormalen Gefäßwucherungen auf. Oftmals tritt der Blutschwamm an Hals und Gesicht auf. Überproportional in der Leber. Sind ganze Körperregionen von dem Gechwülst betroffen, so spricht man von Angiomatose.

Borreliose

Borreliose oder auch Lyme-Krankheit genannt, ist eine meist durch Zecken übertragene Infektionskrankheit. Borrelien sind Einzeller, die sich bakterienartig bei infizierten Zecken finden. Man schätzt, dass über 200.000 Neuinfektionen mit Lyme-Borreliose jährlich in Deutschland stattfinden. Die Bezeichnung Lyme ist nach einem Ort in den U.S.A. benannt, bei dem die Zeckenstiche bzw. die Symptome gehäuft auftraten. In rund 20 Prozent der Fälle kann die Infektionskrankheit Borreliose zu Krankheiten führen.

Brustanlagestörungen

Anlagestörungen der Brust sind fast immer angeboren oder können sich vor allem in der Pubertät fortentwickeln. Zusätzliche Brüste oder auch zusätzliche Brustwarzen treten aber nur in sehr seltenen Fällen auf. Zusätzliche Brüste (Akzessorische Mammae) und überzählige Brustwarzen (Polythelie) treten entlang der so genannten Milchleiste (frühe Milchdrüsenentwicklung) auf, die sich in einem bestimmten embryonalen Stadium entwickeln und sich bis auf einige Brustregionen wieder zurückbilden.

Dellwarzen

Dellwarzen stellen eine Virusinfektion der Haut dar, die gutartig ist und vor allem bei Kindern unter zehn Jahren auftritt. In der Regel sind Erwachsene nur von Dellwarzen betroffen, wenn das Immunsystem geschwächt ist. Die kleinen Warzen, die typische zentrale Dellen aufweisen, werden durch den Virus „Poxvirus mollusci“ verursacht.

Feuermal

Feuermale sind gutartige Hautveränderungen, bzw. Gefäßfehlbildungen, die anfänglich in kleinen roten Flecken auftreten und im zunehmenden Alter größer werden. Betroffen sind oft das Gesicht, die Beine und die Arme. Auf Grund der rötlichen-violetten Farbe wird das Feuermal auch „Portweinfleck genannt“.Im zunehmenden Alter wird das Feuermal zunehmend bläulicher. Viele Menschen leiden unter den Feuermalen, die sich gerade im Gesicht unangenehm zeigen.

Filzläuse

Filzläuse befallen vor allem die Schamhaare und werden überwiegend beim Geschlechtsverkehr übertragen. Außer der Filzlaus, gibt es auch die Kopflaus, die häufig in Kindergärten und Schulen auftritt und die Kleiderlaus. Filzläuse können aber auch durch die Kleidung, Bett- und Waschzimmertextilien übertragen werden. Verbunden ist die Filzlaus-Erkrankung häufig mit starkem Juckreiz und Ekzemen.

Fußpilz

Nach Schätzungen leiden bis zu zehn Millionen Deutsche an Fußpilz, der nur selten zur Behandlung kommt. Bei der so genannten Dermatophyten-Infektionen handelt es sich um Infektionen mit Hautpilzen am Fuß, meist zwischen den Zehen und den Fußsohlen. Feuchte Umgebungen, wie Bäder oder Orte an den denen viel barfuß gelaufen wird, sind „optimale“ Pilzbefallstätten. Meistens ist die Art Trichophyton rubrum der Pilzerreger.

Gehirnentzündung

Gehirnentzündungen werden oft durch Viren oder Bakterien ausgelöst und führen auch in manchen Fällen zu Hirnhautentzündung. Handelt es sich um eine reine Entzündung der Hirnhaut, so wird dieses Krankheitsbild unterschieden und Meningoenzephalitis genannt. Gefährdet sind vor allem Kinder und jüngere Erwachsene und Menschen, die an einer Immunsystemschwäche leiden.

Grindflechte

Grindflechte (Impetigo contagiosa) ist die häufigste bakterielle Hauterkrankung, die fast nur bei Kindern auftaucht. Die Krankheit unterliegt dem Infektionsschutzgesetz und ist somit meldepflichtig. Es gibt zwei Formen der Impetigo contagiosa, die der kleinblasigen und großblasigen Erscheinung. Für die erste Form ist der Erreger aus der Bakterienfamilie der Streptokokken verantwortlich, der Erreger Staphylococcus verursacht die großblasige Form.

Gutartige Haut-Weichteiltumore

Gewebeneubildungen und Schwellungen in der Haut können gutartiger oder bösartiger Natur sein. Unter Lipom, Fibrom und Atherom versteht man gutartige Tumore, bzw. gutartige Neubildungen unter dem Fett- und Bindegewebe und an der Talgdrüse. Bestimmte erbliche Dispositionen sind häufig diskutierte Ursache für die gutartigen Hautweichteiltumore.

Haarausfall

Haarausfall betrifft Millionen von Frauen und Männern. Man unterscheidet zwischen einem gesteigerten Haarausfall (Effluvium) und dem eigentlichen Haarausfall (Alopezie), bei dem täglich mehr als 100 Haare ausfallen und sichtbar mehr Haare verloren gehen als nachwachsen. Rund 40 Prozent der Deutschen verlieren am Tag mehr als 100 Haare. Als Alopezie wird der Zustand bezeichnet, bei dem rund 60 Prozent der Haare verloren gehen.

Hautalterung

Natürlicherweise entwickelt sich die Haut im Laufe der Lebensabschnitte sichtbar äußerlich weiter. Vor allem ab dem 30-ten Lebensjahr zeigt sich die Hautalterung zunehmend. Die Haut und das Bindegewebe reagieren stärker auf schädliche Alltagsreize und Umwelteinflüsse. Die Stärke der Hautalterung ist individuell verschieden und ist abhängig von der genetischen Disposition und erworbenen Schädigungen der Haut sowie von organischen Erkrankungen.

Hautpilzerkrankungen mit Fadenpilzen

Hautpilzerkankungen, oder auch Dermatophytosen genannt, werden vor allem von Tieren auf den Menschen übertragen (Zoonosen), bzw. von Mensch zu Mensch oder durch gegenständlichen Kontakt. Bestimmte Gattungen von Fadenpilzen lösen unter anderem die Mikrosporie und Trichophytie aus. Von den Pilzerkrankungen sind die Haut und die Haare betroffen. Die Pilzerkrankungen gehen einher mit entzündlichen und juckenden Ausschlägen sowie mit Haarausfall in den befallenen Regionen.

Hefepilzinfektion

Candidose oder Hefepilzerkrankung ist eine Pilzerkrankung. Die Pilzart Candida albicans ist normalerweise im menschlichen Körper in den Schleimhäuten angesiedelt. Bei der krankhaften Vermehrung des Pilzes werden Haut, Schleimhäute und Organe befallen.

Kleinpilzflechte

Bei der Kleinpilzflechte handelt es sich um eine oberflächliche Hefepilzerkrankung, die für die Betroffenen oft optisch störend ist, aber keine Krankheitssymptome auslöst. Der Malassezia-furfur-Pils, der normalerweise auf der normalen Haut zu finden ist, vermehrt sich bei der Kleinpilzflechte überproportional. Die Flechte, die Rücken-, Schulter- und Brustregionen befällt, ist für viele Menschen ästhetisch störend.

Krätze

Krätze ist der umgangssprachliche Begriff für die Krankheit Skabies. Bei Menschen wird die Krankheit durch die Krätzemilbe verursacht. Scarbies wird durch körperlichen Kontakt übertragen und tritt deshalb oft dort auf, wo viele Menschen eng zusammenleben. Der juckende Hautausschlag der Infektion tritt meist erst nach Wochen der Ansteckung auf. Das Ansteckungsrisiko ist gerade in Schulen und Kindergärten am höchsten.