Unser menschlicher Organismus ist einer der komplexesten Systeme. Viele angeborene und erworbene Krankheiten, zum Beispiel durch körpereigene oder körperfremde Substanzen, haben unterschiedliche Auswirkungen auf dieses System. Blut ist u.a. das zentrale Transportmittel zwischen dem Herz-Kreislaufsystem und allen Körpergeweben. Genau wie das Blutsystem den Körper mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt, durchziehen feine Lymphbahnen, die eine Vereinigung von Lymphkapillaren darstellen, die sich überall in unserem Körper befinden, den Körper. Das Lymphsystem ist ein Teil des körpereigenen Abwehrsystems, u.a. zur Erregerabwehr, genauso wie ein anderes zentrales Organsystem, das Gefahren für unseren Organismus abwenden soll, das Immunsystem. Das Immunsystem ist spezialisiert auf die Abwehr von Fremdstoffen und sorgt dafür, dass unser Körper sich auf Erreger, wie Bakterien oder Viren, anpassen kann. So komplex die Abwehrmechanismen in unserem Körper sind, so komplex sind die Krankheiten, die damit einhergehen. Sie finden deshalb in dieser Rubrik Krankheitsbilder, die meist mit Infektionen oder körpereigenen Abwehrschwächen einherverbunden sind und ihre schädigenden Auswirkungen auf den ganzen Organismus haben.
AIDS
Die Abkürzung AIDS steht für „Acquired Immune Deficiency Syndrome“ und ist eine in Folge von Infektionen mit dem „Human Immunodefiency Virus“ (HIV) auftretende Störung des Immunsystems. Der Virus wird durch Geschlechtsverkehr oder infiziertes Blut übertragen. Aids wurde erst im Dezember 1981 erkannt. Seit dieser Zeit sind rund 36 Millionen Menschen mit dem Virus infiziert. (Quelle: WHO 2005) Nach Erhebungen der WHO sind bis ins Jahr 2005 rund 2,8 Millionen Menschen an der Immunschwächekrankheit gestorben. Dem Virologen Luc Montagnier gelang es 1983 als Erstem, das Virus zu isolieren. Woher das Virus kommt ist bis heute unklar. Man nimmt an, dass der HIV-Virus ein Verwandter des SIV-Virus ist, der an Primaten festgestellt wurde. Wissenschaftler vermuten, dass das Virus zuerst in Westafrika auftauchte, möglich wäre auch die Übertragung vom Schimpansen auf den Menschen in anderen Gebieten Afrikas wie Kamerun.
Allergie
Allergie ist eine Abwehrreaktion des Immunsystems auf bestimmte Fremdstoffe, die in der Umwelt vorkommen. Der Begriff Allergie kommt aus dem griechischen und heißt übersetzt "Fremdreaktion". Der Begriff "Allergie" wurde im Jahr 1906 vom Wiener Kinderarzt Freiherr Clemens von Pirquet ins Leben gerufen. Der Ärzteverband Deutscher Allergologen (ÄDA) schätzt, dass die Industriekrankheit Allergie inzwischen jeden dritten Menschen befallen hat. Die Überreaktion auf solche vom Körper abgewehrte Stoffe nennt der Fachmann "überschießend".
APC-Resistenz
Unter APC-Resistenz versteht man eine Resistenz gegen das Protein C. Die Erbkrankheit führt zu einer Störung der Blutgerinnung. Menschen mit der Erbschädigung haben ein erhöhtes Thromboserisiko. Die APC-Resistenz wurde 1993 entdeckt und führt zu einer Änderung der Erbinformation und ist mit rund fünf bis zehn Prozent eine der häufigsten Erbkrankheiten in der Bevölkerung. Je nach Vererbung des genetisch veränderten Gens von einem oder beiden Elternteilen, wächst vor allem das Thromboserisiko. Betroffene Menschen neigen zu einem erhöhten Risiko, an Herzinfarkten zu erkranken.
Blutarmut
Blutarmut oder Anämie ist eine Mangelerkrankung der roten Blutkörperchen bzw. des roten Blutfarbstoffes (Hämoglobin). Es kommt zu einer Minderversorgung des Körpers mit Sauerstoff. Zur Bildung der roten Blutkörperchen bedarf es u.a. von Eisen, das über die Nahrung aufgenommen wird. Falsche Ernährung oder ursächliche Erkrankungen können zu den Symptomen einer Blutarmut führen.
Chagas
Chagas ist eine in Mittel- und Südamerika auftretende Infektionskrankheit, die durch Parasiten verursacht wird. Raubwanzen gehören der Wanzen-Familie an und können auch als Parasiten-Art auftreten. Sie ernähren sich von anderen Insekten, wie zum Beispiel der Stubenfliege, und finden sich deshalb oft in ärmlichen Wohnvierteln. Man schätzt, dass weltweit rund 50.000 Menschen an den Langzeitfolgen der Chagas-Krankheit sterben. Gefährdet von der Infektionskrankheit sind vor allem Säuglinge und Kinder.
Cholesterin
Cholesterin ist ein für Menschen lebenswichtiger biochemischer Naturstoff, der über die Nahrung zugeführt wird oder im Körper in der Leber hergestellt wird. Cholesterin ist u.a. Hauptbestandteil von Plasmamembranen und stabilisiert Zellen. Cholesterin ist maßgebend bei der Bildung von Gallensäure, die wiederum wichtig für die Verdauung bestimmter Speisen ist. Auch bei der Bildung von Vitamin D (Knochenaufbau) und bei wichtigen Hormonbildungen ist Cholesterin beteiligt. Der Transport des schlecht wasserlöslichen Nahrungsfettes wird durch Eiweißbindung über das Blut transportiert. Stei
Diabetes
Nach neuesten Schätzungen leiden in Deutschland ca. 8 Millionen Menschen an Diabetes. 28.000 Amputationen im Jahr sind auf die Krankheit zurückzuführen, und das Wissen über Diabetes ist in Deutschland nur ungenügend vorhanden. Die Zuckerkrankheit hat in Deutschland alarmierende Formen angenommen. Falsche Ernährung, wenig körperliche Bewegung und Übergewicht begünstigen die neue Volkskrankheit. Es gibt zwei Typen von Diabetes: Type-1-Diabetes und Type-2-Diabetes oder Jugendliche- und Altersdiabetes.
Down-Syndrom
Das Down-Syndrom umschreibt die weltweit häufigste Form von Chromosomstörungen, die Krankheiten verursachen. Man schätzt, dass weltweit rund fünf Millionen Menschen mit der Chromosomstörung leben und alle drei Minuten ein Baby mit dem Down-Syndrom auf die Welt kommt. Bei den Betroffenen handelt es sich um Menschen, die ein Chromosom in ihren Zellen mehr haben, als „normale“ Menschen, nämlich 47 statt 46 Chromosomen. Vor allem das Chromosom 21 ist dreifach vorhanden. Menschen mit dem Down-Syndrom gab es wohl in jeder Zeit. Es gibt 3000 Jahre alte Zeugnisse von Ton- und Steinfiguren. Der englische Arzt John Langdon Down, beschrieb als erster das Syndrom im Jahr 1866. Charakteristisch ist das Erscheinungsbild der Kinder in Bezug auf die Kopfform, mit einem flachen Gesicht, schrägen Lidachsen oder kleinen Ohren. Die geistigen und körperlichen Entwicklungen sind zurückgeblieben und es treten bei den betroffenen Kindern öfter organische Schäden auf.
Erschöpfung
Erschöpfung und Müdigkeit sind gerade in der modernen Welt immer wieder auftretende Symptome. Die körperlichen und geistigen Erschöpfungen betreffen vor allem Frauen mit Familie. Zu den Symptomen, die am meisten auftreten, gehören: Schlaflosigkeit, Konzentrationsschwäche, Reizbarkeit, Antriebs- und Freudlosigkeit. Einhergehen erhöhte Infektionsrisiken und psychische Begleiterscheinungen wie Depressionen. Bei CMS spricht man von chronischen Müdigkeitssyndromen.
Flussblindheit
Vor allem in tropischen Regionen Afrikas und Lateinamerikas werden schädliche Fadenwürmer von der Kriebelmücke auf den Menschen übertragen. Die Wurmlarven entwickeln sich im menschlichen Körper und nisten sich vor allem in der Unterhaut ein. Gerade in der Nähe von tropischen Flüssen und Gewässern treten die Kriebelmücken auf.
FSME
Die Frühsommer-Meningoenzephalitis ist eine durch Zeckenbisse verursachte Virus-Infektion, die rund 300 Menschen im Jahr betrifft. Hauptsächlich bei Aktivitäten in der Freizeit kommt es zu den Zeckenstichen, die den FSME-Virus übertragen. Betroffene erkranken an Gehirn- und Hirnhautentzündungen. Oft sind langfristige Schädigungen des Nervensystems mit dem Zeckenbiss-Virus verbunden.
Gelbfieber
Gelbfieber ist eine Virusinfektion, die durch den Gelbfieber-Virus ausgelöst wird und vor allem in Afrika, Lateinamerika und Asien häufig vorkommt. Die Krankheit geht einher mit den typischen inneren und äußeren Blutungen und oft mit akuten Leberschädigungen (Gelbsucht). Nach dem deutschen Infektionsschutzgesetz besteht eine amtliche Meldepflicht bei Verdacht oder Erkrankung mit dem Gelbfieber-Virus.
Gelbsucht
Ikterus oder Gelbsucht ist ein Symptom, dass auf unterschiedliche Erkrankungen zurückzuführen ist. Typisch für die Gelbsucht ist die gelbliche Färbung der Haut, der Augen und der Schleimhäute. Der gelbliche Farbstoff Bilirubin entsteht u.a. beim Zerfall der roten Blutkörperchen. Meist ist eine Schädigung der Leber für die Krankheit verantwortlich.
Hand-Fuß-Mund-Krankheit
Die Hand-Fuß-Mund-Krankheit ist eine meist harmlose Virusinfektionskrankheit, die von Enteroviren ausgelöst wird. Es zeigen sich die typischen Symptome, wie Hautausschläge an den Hand-Fuß-Mund-Regionen, oft verbunden mit Fieber. Vor allem Kinder unter zehn Jahren sind von der Infektionskrankheit betroffen, die vereinzelt in größeren Epidemien in öffentlichen Gemeinschaftseinrichtungen auftauchen kann.
Kawasaki-Syndrom
Unter Kawasaki-Syndrom versteht man entzündliche arterielle Gefäßentzündungen. Die seltenen akuten Entzündungen können sich in allen Organen zeigen und treten vor allem bei Kindern unter sechs Jahren auf, gehäuft bei Jungen unter zwei Jahren. Die Krankheit, die nach dem japanischen Arzt Tomisaku Kawasaki benannt ist, tritt vor allem in Japan auf und wird seit Ende des letzten Jahrhunderts besonders in Amerika und Europa beobachtet.
Laktose-Intoleranz
Unter Laktose-Intoleranz oder umgangssprachlich Milchzuckerunverträglichkeit, versteht man eine Unverträglichkeit gegen einen Bestandteil der Milch – die Laktose (Milchzucker). Je nach Milchprodukt liegt der Laktose-Wert (Zuckeranteil) zwischen einem und acht Prozent. Die Schwere der Laktose-Intoleranz ist individuell unterschiedlich und richtet sich nach den Produktionsstörungen des Verdauungsenzyms Laktase. Man schätzt, dass rund 10-20 Prozent der Mitteleuropäer an Milchzuckerunverträglichkeit leiden.
Leukämie
Die Blutkrebskrankheit Leukämie wurde Mitte des 19. Jahrhunderts durch Rudolf Virchow das erste Mal beschrieben. Leukämie, die im Volksmund Blutkrebs genannt wird, ist eine Erkrankung der weißen Blutzellen (Leukozyten). Man unterscheidet zwischen akuter und chronischer Leukämie. Die akute Leukämie wird wiederum unterteilt in die akute lymphatische Leukämie (ALL) und die akute myeloischen Leukämie (AML).
Malaria
Malaria ist die am häufigsten auftretende Tropenkrankheit. Schätzungen zufolge erkranken rund 300 Millionen Menschen weltweit an Malaria. Es gibt unterschiedliche Erreger und Krankheitsarten der Malaria: Malaria tropica, Malaria tertiana und Malaria quartana. Eine der gefährlichsten Formen ist die Malaria tropica, die in schweren Fällen zum Tod führen kann. Fieberanfälle, die rhythmisch auftauchen, sind für die Tropenkrankheit bezeichnend.
Masern
Masern (Morbilli) ist eine ansteckende Krankheit, die in Deutschland zu den meldepflichtigen Krankheiten nach dem Infektionsschutzgesetz gehört. In der Regel erkranken Kleinkinder und Kinder an der Infektionskrankheit, die sich oft in Kindergärten und Schulen ausbreitet. Auch Erwachsene können sich anstecken, sofern sie noch keine Masern hatten. Die Übertragung des Morbilli-Virus geschieht über die Luft, man spricht von einer sog. fliegenden Infektion.