Atemwege

Der Atemapparat umfasst das gesamte System der Atemorgane. Man unterscheidet zwischen den oberen und unteren Atemwegen. Zu den oberen Atemwege gehören: Nase, Rachen-Mundraum und der Kehlkopf. Zu den unteren Atemwegen zählen u.a. die Bronchien und die Luftröhre. Ein gesunder Mensch atmet im Normalzustand pro Atemzug 0,5 Liter Luft ein und das rund 20.000-mal am Tag. Bei Extrembelastungen, zum Beispiel bei Ausdauersportlern, bis zu 4 Liter. Atemwegserkrankungen können durch die Infektionen der Atemorgane selbst oder durch andere Erkrankungen entstehen. Es gibt akute und leichtere Formen der Atemwegserkrankungen, wie Schnupfen oder Husten auf Grund von Erkältungen, und schwerwiegende Erkrankungen, zum Beispiel chronische Formen der Bronchitis oder bösartige Lugenkrebsformen. In dieser Themenrubrik finden Sie Informationen zu allen Erkrankungen der Atemwege oder anderer Grunderkrankungen, die sich auf die Atemwege auswirken.

Akute Bronchitis

Eine Entzündung der größeren, verzweigten Atemwege (Bronchien) bezeichnet man als akute Bronchitis. Meist geht diese mit starkem Husten und einer starken Schleimproduktion einher. Vor allem im Frühjahr und Herbst tritt die Erkältungskrankheit auf. Unter Tranchebronchitis versteht man die Einbeziehung der betroffenen Luftröhre.

Asthma

Asthma bronchiale, auch vereinfacht Asthma genannt, ist eine chronische und entzündliche Erkrankung der Luftröhrenäste (Bronchien). In den Atemwegen reagieren die Schleimhäute krankhaft auf verschiedene Reize und es kommt zu Atemnot und Hustenanfällen. Die bronchiale Hyperreaktivität führt zu einer Überempfindlichkeit der Atemwege und zu Entzündungen. Asthma bronchiale betrifft alle Altersklassen, vor allem aber Kinder unter zehn Jahren.

Atem- und Luftnot

Atemnot oder Luftnot nennt man auch Dyspnoe und betrifft Menschen, die schon nach leichter Belastung an Luftmangel leiden. Bei der Ruhedyspnoe tritt die Atemnot schon im Ruhezustand auf. Bei der sog. Orthopnoe muss der Patient aufrecht sitzend Luft holen. Erstickungsangst und starke Beklemmungsgefühle sowie Lufthunger, erschwertes Ein- und Ausatmen sind typische Symptome der Dyspnoe.

Chronisch obstruktive Bronchitis / Lungenemphysem

Hinter der allgemein unbekannten Fachbezeichnung steckt eine Volkskrankheit, die rund drei bis fünf Millionen Menschen in Deutschland betrifft. Es handelt sich dabei um zwei Krankheiten, die chronisch obstruktive Bronchitis und die Lungenemphysem, die die gleichen typischen Symptome hervorrufen. Merkmale der Erkrankungen sind Luftstrombehinderungen beim Ausatmen. Dies hat zur Folge, dass sich chronische Atemnot und so genannte „Überblähungen“ sowie Husten mit schleimigen Auswürfen entwickeln. Rauchen ist der Risikofaktor Nummer Eins.

Chronische Bronchitis

Chronische Bronchitis ist eine chronische Erkrankung der Atemwege und betrifft vor allem die Zielgruppe von Männern im vierten Lebensjahrzehnt. Infektionen der Atemwege sind als Ursache ebenso maßgebend wie das Rauchen oder Umweltschädigungen. Unter chronischen Leiden versteht die Weltgesundheitsorganisation (WHO) das regelmäßige Auftreten von Reizhusten und Schleimbildungen über einen Zeitraum von mindestens drei Monaten in zwei darauffolgenden Jahren.

Diphtherie

Diphtherie ist eine bakterielle Infektionskrankheit, die durch Schutzimpfungen in den letzten Jahren in den Industrieländern seltener geworden ist. Die Infektionskrankheit kann in jedem Alter auftreten, besonders betroffen sind aber Kinder. Die bakterielle Infektion, die durch die Luft übertragen wird, oder in seltenen Fällen auch durch Schmierinfektion, führt zu Schädigungen der Schleimhäute und anderer Organe auf Grund der Abgabe von Gift und kann in vielen Fällen tödlich verlaufen. Diphtherie ist nach dem Infektionsschutzgesetz in Deutschland meldepflichtig.

Dreitagefieber

Dreitagefieber ist eine Infektionskrankheit, die fast alle Kinder bis zum zweiten Lebensjahr durchgemacht haben und die durch das typische dreitägige Fieber und den einhergehenden Hautausschlag gekennzeichnet ist. Die Infektion ist meist harmlos und manchmal für das Kind unangenehm. Impfungen gegen das Dreitagefieber gibt es nicht.

Erkältung

Fast jeder Deutsche ist mindestens zwei- bis dreimal im Jahr erkältet. Der Begriff „Erkältung“ ist medizinisch nicht genauer definiert. Man unterscheidet zwischen einem grippalen Infekt und einer Influenza, also einer schweren Form von Erkältung. In beiden Fällen handelt es sich um eine Infektion der Nasen-, Hals- und Bronchialschleimhäute.

Haustierallergie

Über 20 Millionen Haustiere, wie Hunde und Katzen und andere Kleintiere, leben mit Menschen in Deutschland zusammen. Die meisten Haustierallergien der Menschen betreffen Hunde und Katzen. Oftmals sind es Tierhaare, die allergische Atemwegsbeschwerden auslösen. Allergene der Tiere, die sich über Hautschuppen, Schweiß, Speichel oder Urin auf den Menschen übertragen, führen zu zahlreichen allergischen Krankheitsbildern bei Menschen.

Heuschnupfen

Wie bei vielen anderen Allergien löst Heuschnupfen die gleichen entzündlichen Vorgänge im Körper aus. Schleimhautentzündungen im Nasen-Rachenraum können sich auf die Bronchien ausweiten. (s. Asthma bronchiale) Besonders bestimmte Pollenarten, Hausstaub und Tierhaare können eine Allergie auslösen. In den vergangenen Jahren sind es vermehrt Lebensmittel und Umweltfaktoren, wie Autoabgase, die Allergien fördern.

Insektenstiche

Vor allem Bienenstiche in den Sommermonaten können, insbesondere bei mehreren Bienenstichen, akute allergische Reaktionen auslösen. In Deutschland sind es vor allem Bienen- und Wespenstiche, die unter den Sammelbegriff Insektenstiche fallen, aber auch Stiche von Bremsen, Mücken oder Ameisen können sehr unangenehm sein.

Kehlkopfentzündung

Kehlkopfentzündung (Laryngitis) kann in akuter oder chronischer Form auftreten und ist eine Entzündung der Kehlkopfschleimhaut. Die Erkrankung tritt oft bei viralen Entzündungen der oberen Atemwege auf. Typische Symptome sind Husten, Trockenheitsgefühle, Heiserkeit, bis hin zum Stimmverlust und Fieber. Bei Kleinkindern kommt es oft zu bakteriellen Kehlkopfschwellungen, die mit Atemnot und Fieber einhergehen. Hier sollte ein Arzt gerufen werden. In schweren Fällen, zum Beispiel bei Kehlkopfdeckelentzündungen, kann ein stationärer Klinikaufenthalt notwendig werden.

Keuchhusten

Pertussis oder im deutschen Sprachgebrauch auch Keuchhusten genannt, ist eine durch Bakterien übertragene Infektionskrankheit, die früh erkannt gute Heilungsprognosen hat. Die bakterielle Infektionskrankheit ist hoch ansteckend und wird über die Luft übertragen. Besonders Neugeborene sind von der Infektionskrankheit betroffen, die die Schleimhäute des Rachens und der Bronchien befällt und in schweren Fällen tödliche Komplikationen mit sich bringen kann. Keuchhusten kommt öfter bei Mädchen vor.

Legionärskrankheit

Die Legionärskrankheit ist eine Infektionskrankheit, die zu schweren Lungenentzündungen führt. Die Krankheit wurde nach einem Ereignis im Jahre 1976 benannt. Auf einem Treffen von ehemaligen amerikanischen Berufssoldaten in Philadelphia erkrankten 200 Teilnehmer an Lungenentzündungen, über 30 Teilnehmer starben an der Krankheit. Ursächlich ist ein Bakterium, das im Süßwasser auftritt. Vor allem Menschen mit einem geschwächten Immunsystem sind von der Infektion betroffen. In Deutschland unterliegt die Infektion dem Infektionsschutzgesetz und ist meldepflichtig.

Lungenembolie

Unter Lungenembolie versteht man die Verstopfung bzw. Festsetzung von Blutgerinnsel (Thrombosen) in Blutgefäßen der Lunge. Von den mitgenommenen Blutgerinnseln, die meistens von den Beinvenen über das Herz transportiert werden, ist die Lunge oft betroffen. Durch das Blutgerinnsel in den arteriellen Blutgefäßen (Blutarterienembolie) der Lunge, kommt es zu Blut- und Nährstoffdefiziten in den betroffenen Blutgefäßen.

Lungenentzündung

Von einer Lungenentzündung spricht man bei akuten oder chronischen Entzündungen des Lungengewebes oder der Atemwege im Bereich des Brustraums. Ursächlich für die Lungenentzündungen können bakterielle und virale Infektionen sein oder auch Pilzinfektionen, Röntgenstrahlschäden sowie Vergiftungen. Lungenentzündungen sind weltweit die häufigste Todesursache bei Infektionen. Besonders sind von den weltweit tödlichen Lungeninfektionen Kinder unter fünf Jahren betroffen. Man unterscheidet in verschiedene Arten der Lungenentzündung, je nachdem welche Teile der Organe betroffen sind sowie

Mukoviszidose

Mukoviszidose ist eine angeborene und nicht heilbare Stoffwechselerkrankung der weißen Bevölkerung. Oft wird die angeborene Krankheit erst im späteren Lebensalter diagnostiziert. Die Stoffwechselerkrankung, die durch einen genetischen Defekt des Chromosoms 7 ausgelöst wird, führt zu unheilbaren Störungen der Atmung und der Verdauung. Kennzeichnend für die Stoffwechselerkrankung sind: chronischer Husten, schwere Lungenentzündung und Untergewicht. In Deutschland kommen jedes Jahr rund 300 Kinder mit der Stoffwechselerkrankung auf die Welt, und rund vier Millionen Menschen sind in Deutsch

Polypen

Nasenpolypen sind gutartige Wucherungen der Nasenschleimhaut. Nasenpolypen können in unterschiedlichen Wucherungen auftreten und die Nasenräume verschließen. Die Nasenatmung wird dabei stark eingeschränkt. Meist treten Nasenpolypen bei chronisch-entzündlichen Nasenschleimhautentzündungen auf.

Pseudo-Krupp

Der Begriff Pseudo-Krupp umschreibt das Krankheitsbild von Schleimhautentzündungen im Kehlkopfbereich oder der Stimmbänder, die mit Atemwegserkrankungen einhergehen können. Pseudo-Krupp ist nicht ansteckend. Die Entzündung mit Schwellungen an den Schleimhäuten des Kehlkopfes und der Stimmbänder führen zu Atembeschwerden durch verengte Luftwege, was vor allem für Kinder sehr unangenehm ist. Kinder im Alter von sechs Monaten bis zum vierten Lebensjahr sind besonders betroffen.

Ringelröteln

Die durch bestimmte Viren ausgelöste Krankheit kommt relativ selten vor und betrifft vor allem Klein- und Schulkinder. Wie bei anderen Viruserkrankungen, die im Kindesalter auftreten, besteht, bei erfolgreicher Therapie, im späteren Lebensalter eine Immunität gegen die Viren. Auf Grund dessen, dass der Virus nur selten auftritt, besteht eine eingeschränkte Immunität bei Erwachsenen. Typisch für Ringelröteln sind die Hautausschläge.